58 Prozent Cabernet Sauvignon, 29 Prozent Merlot und 13 Prozent Petit Verdot. In 2022 dunkel, schwarz und reich, aber nicht süß, sondern eher burgundisch getragen, wie ein massiver Morey-Saint-Denis. Aber sehr schwarz, sehr dicht. Feine Lakritze, im Hintergrund Olivenpaste, schwarze Kirsche und süßes Cassis. Im Mund eher fein, die Tannine seidig. Das Ganze spielerisch und sehr schick. Etwas monogam, etwas wenig Komplexität, da fehlt vielleicht der letzte Druck. So ist es ein sehr feiner, spielerischer, burgundischer Meyney. Ein schicker Wert! 94-95/100 *** Château Meyney ist – mehr oder weniger aus Protest gegen die Neusortierung – nicht mehr eingetreten in die Cru Bourgeois-Klassifikation des Jahres 2020. Also jetzt nur noch Château Meyney. Es liegt zwischen Montrose und Cos d’Estournel zum Ufer hin. Das Weingut ist für seine extrem sorgfältige Sortierung bekannt. Alles Handlese, Vorsortierung im Weinberg. Im Weingut landen die Trauben dann nochmal auf einem Sortiertisch, sie werden entrappt und gehen dann final in eine optische Laser-Sortierung. Die Vinifikation findet Plot für Plot statt. Also jeder einzelne Weinberg für sich. Dann gibt es eine Kaltmazeration für einige Tage. Das Ganze findet in offenen Holzgärständern statt. Der Ausbau geschieht zu 35 Prozent in neuen Barriques, der Rest in gebrauchten Barriques. Die Malolaktische Gärung verläuft auch in diesem Gebinde. Ich weiß nicht ganz genau, wann der Durchbruch bei Château Meyney begann. Es gab schon große Jahre wie etwa 2009, 2010 und 2015. Ein richtiger Shootingstar wurde Meyney meines Erachtens dann ab 2016 und spätestens mit 2018. Sicherlich zusammen mit Le Boscq (oder gar davor) auf dem gleichen Level wie das klassifizierte Château Phélan Ségur. Zusammen sind das die direkten drei Verfolger von Cos, Montrose und Calon-Ségur.