Julia und Julia Pauillac gehen direkt ineinander über. Es ist im Grunde derselbe Weinberg, sodass man sagen kann: Julia Haut-Médoc ist eigentlich eine Art Pauillac. Deswegen ist der Wein immer so abenteuerlich gut für seinen Preis und ein echtes Highlight in unserer Haut-Médoc-Riege. 2025 zeigt hier eindrucksvoll, wie nah das Haut-Médoc an die großen Namen heranrücken kann, wenn alles zusammenpasst. In 2025 besteht Juli Haut-Médoc aus 53 Prozent Merlot und 47 Prozent Cabernet Sauvignon. Der Ertrag lag bei 32 Hektolitern pro Hektar. 13 Volumenprozent Alkohol. Es gibt nur 4.000 Flaschen dieses Weins. Der 2025er ist eine Schönheit in roter Frucht! Kühle Kirsche in der Nase: Sauerkirsche, rote süße Kirsche und Schwarzkirsche. Alles auf Kirsche laufend, mit superfeinen Tanninen, ohne jede Sprödigkeit. So schick, so duftig und aromatisch… Eine feine Veilchen- und Fliedernote dahinter. Im Mund ist das ein sanfter Traum! Das ist diese mühelose Eleganz von 2025 – nichts ist schwer, alles wirkt wie aus einem Guss. Ein Potpourri aus roten und schwarzen Kirschen. Die rote Kirsche dominiert, ein Hauch Sauerkirsche, rote und schwarze Johannisbeere kommt dazu. Sehr elegantes, seidiges und feines Tannin, nichts ist rau oder grün, sondern einfach nur schick und voluminös. Eine tänzelnde Schönheit mit sehr viel Charme und guter Länge, ein Spaßmacher auf allerhöchstem Niveau! Das ist ein Haut-Médoc, der durchaus das Potenzial hat, an die Klasse der großen Médoc oben an der Küste heranzukommen – Doyac oder Carmenère. Das ist dieselbe Liga, nur mit ein bisschen mehr Erhabenheit, ein bisschen feinste Pauillac-Stilistik dazu. Der beste Julia, den ich bisher probiert habe, und es gab schon einige hervorragende Weine hier. So viel Finesse bei dieser Dichte – das ist ganz großes Kino für einen Wein dieser Kategorie. Eine unglaubliche Schönheit mit toller Intensität! *** Dieses nichtklassifizierte Haut-Médoc-Weingut gehört Sophie Martin und ihrem Partner Romain Carreau, die auch Besitzer der kleinen Parzelle Julia Pauillac sind, einem winzigen Kleinod bester Lage neben Lynch Bages. Dieser Weinberg des Haut-Médoc geht direkt über in Château Julia Pauillac und liegt damit direkt außerhalb der Appellation. Unmittelbarer Nachbar ist auch Château Brane-Cantenac. Julia wurde erst 2007 aus der Kooperative herausgenommen. Sophie hat dieses Château aufgeteilt – eine Hälfte ist bei einem Bruder geblieben, der weiterhin an die Kooperative abliefert. Sie selbst besitzt fünf Hektar – vier Hektar Haut-Médoc und ein Hektar Pauillac. Von Haut-Médoc gibt es nur 4.000 Flaschen, vom Pauillac nur 2700 Flaschen. Der Julia Haut Medoc wird komplett im gebrauchten Barrique ausgebaut, der Pauillac im neuen Holz, die Vergärung findet spontan im Edelstahl statt. Über 60 Jahre alte Reben.