Julia: Chateau Julia Haut Medoc 2025

Chateau Julia Haut Medoc 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 53%, Cabernet Sauvignon 47%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2050
Verpackt in: 12er OHK
strukturiert
pikant & würzig
tanninreich
Lobenberg: 96–97+/100
Gerstl: 17+/20
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Julia Haut Medoc 2025

96–97+
/100

Julia und Julia Pauillac gehen direkt ineinander über. Es ist im Grunde derselbe Weinberg, sodass man sagen kann: Julia Haut-Médoc ist eigentlich eine Art Pauillac. Deswegen ist der Wein immer so abenteuerlich gut für seinen Preis und ein echtes Highlight in unserer Haut-Médoc-Riege. 2025 zeigt hier eindrucksvoll, wie nah das Haut-Médoc an die großen Namen heranrücken kann, wenn alles zusammenpasst. In 2025 besteht Juli Haut-Médoc aus 53 Prozent Merlot und 47 Prozent Cabernet Sauvignon. Der Ertrag lag bei 32 Hektolitern pro Hektar. 13 Volumenprozent Alkohol. Es gibt nur 4.000 Flaschen dieses Weins. Der 2025er ist eine Schönheit in roter Frucht! Kühle Kirsche in der Nase: Sauerkirsche, rote süße Kirsche und Schwarzkirsche. Alles auf Kirsche laufend, mit superfeinen Tanninen, ohne jede Sprödigkeit. So schick, so duftig und aromatisch… Eine feine Veilchen- und Fliedernote dahinter. Im Mund ist das ein sanfter Traum! Das ist diese mühelose Eleganz von 2025 – nichts ist schwer, alles wirkt wie aus einem Guss. Ein Potpourri aus roten und schwarzen Kirschen. Die rote Kirsche dominiert, ein Hauch Sauerkirsche, rote und schwarze Johannisbeere kommt dazu. Sehr elegantes, seidiges und feines Tannin, nichts ist rau oder grün, sondern einfach nur schick und voluminös. Eine tänzelnde Schönheit mit sehr viel Charme und guter Länge, ein Spaßmacher auf allerhöchstem Niveau! Das ist ein Haut-Médoc, der durchaus das Potenzial hat, an die Klasse der großen Médoc oben an der Küste heranzukommen – Doyac oder Carmenère. Das ist dieselbe Liga, nur mit ein bisschen mehr Erhabenheit, ein bisschen feinste Pauillac-Stilistik dazu. Der beste Julia, den ich bisher probiert habe, und es gab schon einige hervorragende Weine hier. So viel Finesse bei dieser Dichte – das ist ganz großes Kino für einen Wein dieser Kategorie. Eine unglaubliche Schönheit mit toller Intensität! *** Dieses nichtklassifizierte Haut-Médoc-Weingut gehört Sophie Martin und ihrem Partner Romain Carreau, die auch Besitzer der kleinen Parzelle Julia Pauillac sind, einem winzigen Kleinod bester Lage neben Lynch Bages. Dieser Weinberg des Haut-Médoc geht direkt über in Château Julia Pauillac und liegt damit direkt außerhalb der Appellation. Unmittelbarer Nachbar ist auch Château Brane-Cantenac. Julia wurde erst 2007 aus der Kooperative herausgenommen. Sophie hat dieses Château aufgeteilt – eine Hälfte ist bei einem Bruder geblieben, der weiterhin an die Kooperative abliefert. Sie selbst besitzt fünf Hektar – vier Hektar Haut-Médoc und ein Hektar Pauillac. Von Haut-Médoc gibt es nur 4.000 Flaschen, vom Pauillac nur 2700 Flaschen. Der Julia Haut Medoc wird komplett im gebrauchten Barrique ausgebaut, der Pauillac im neuen Holz, die Vergärung findet spontan im Edelstahl statt. Über 60 Jahre alte Reben.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

17+
/20

Gerstl über: Chateau Julia Haut Medoc

Zarter mineralischer Duft, wenig Frucht kommt kaum zum Vorschein, wirkt eher verhalten dennoch recht edel. Gut strukturierter, wunderschön süsser Gaumen, markante aber angenehme Tannine, schöne Extraktsüsse, fülliger, schmackhafter Wein, macht Freude. (mg)

Mein Winzer

Julia

Das Chateau Julia befindet sich im Herzen des Medoc in Semignan, ganz in der Nähe von St. Laurent-Médoc. Die Reben aber wachsen auf dem allerbesten Terroir in Pauillac zwischen Château Latour und Château Lynch-Bages.

Chateau Julia Haut Medoc 2025