Der 2022er besteht aus 60 Prozent Merlot und 40 Prozent Cabernet Franc. 14 Volumenprozent Alkohol. Die Lese fand zwischen dem 15. September und dem 3. Oktober statt. Der Wein hat eine extrem feine Himbeer-Erdbeernase. Himbeere dominiert, Cabernet Franc setzt sich komplett gegen Merlot durch. Unendlich fein! Helle Schokolade, heller Nougat, feine Flieder-Veilchennote dahinter, aber insgesamt ätherisch und schwebend. Schicker Wein, zum Reinspringen schön! Reiner Hedonismus… Purer Himbeer-Kirsch-Erdbeersaft. Im Mund guter Grip mit sehr feinem Salz. Unglaublich einnehmend und sexy. Relativ früher Genuss. Wenn der Wein zwei weitere Jahre nach der Auslieferung im Keller bleibt, reicht das völlig. Danach hat er seine schönste Zeit ganz sicher über die nächsten zehn Jahre. Einfach ein superleckerer, sexy-erotischer Trinkstoff. Große Freude! *** Dieses Miniweingut von Jérôme Aguirre in Lalande Pomerol umfasst nur 4 Hektar. Sehr alte Reben. Das Terroir ist Kies mit leichten Sand- und Lehmanteilen. Nicht der üppig schwere Lehmboden, wie man ihn sonst häufig in der Region antrifft. Das Weingut gehört der Familie seiner Frau. Jérôme Aguirre ist der Chefönologe der Gruppe Kwok, der die Weingüter Bellefont-Belcier, Tour Saint Christophe und andere gehören. Jérôme war früher der Winemaker für Le Gay und La Violette. Aber wie gesagt, auf Haut Musset wohnt er, weil es das Weingut der Eltern seiner Frau ist. Die Trauben werden natürlich von Hand gelesen, die Auslese ist auch im Weinberg extrem. Es wird immer entrappt und im Zementtank spontan vergoren auf fast null Gramm Restzucker. Der Wein verbleibt danach noch einige Wochen auf der Schale. Eine Art Nachmazeration zur Harmonisierung. Anschließend wird der Wein im Zement ausgebaut. Es wird kein Schwefel vor oder während der Gärung verwendet, auch nicht nach der Malo. Schwefel kommt erst im Hochsommer dazu, wenn die Temperatur stark ansteigt. Die Merlot-Reben sind 30 Jahre alt, die Cabernet Franc 12 Jahre. Es gibt insgesamt 10.000 Flaschen.