Alles sehr alte Reben am Fuße der Berge von Gigondas, seit Jahrhunderten ist die Domaine im Familienbesitz. In Gigondas ist es Vorschrift, dass mindestens 50% Grenache enthalten sind. Bei Saint Cosme sind es 70 Prozent, dazu kommen rund 20 Prozent Syrah und 10 Prozent Mourvedre. Die spät reifende Mourvedre wird im Gigondas und dessen Berglagen so gerade eben reif, sie gibt aber eine schöne Würze und bringt eine elegante Struktur, wenn sie reif ist. Mourvedre nimmt im südlichen Rhone-Delta aber wegen der Klimaerwärmung gerade dramatisch zu. Durch die höhere Wärme ist diese spätreifende Traube inzwischen perfekt angekommen. Bei Louis Barruol wird alles aus Gigondas als Ganztraube inklusive Rappen vergoren, natürlich spontan. Der Ausbau erfolgt wie üblich im Barrique, zum Teil neues Holz. Sie sind organisch, aber sie sind nicht zertifiziert. 2023 war auch in Gigondas ein recht warmes Jahr und das merkt man oft gerade bei den Rotweine. Maulbeere, Kirsche und etwas Tonkabohne in der Nase. Dazu etwas Eukalyptus und Kräuter, Garrigues, Rosmarin und vollreife Tomaten. »Gourmand« sagt man in Südfrankreich. Dabei steht die große Frische und Knackigkeit. Das Holz ist dieses Jahr wunderbar zart eingebunden. Im Mund wunderbare Ätherik und Dichte. Schwarzfruchtig, Cassis und Schwarzkirsche, dazu stark getrocknete Vanilleschote und etwas Anis. Alles ist geschliffen und in seiner Eleganz doch auch burgundisch. Garrigues und Unterholz. Diese Aromatik ist total tief und reif und gleichzeitig sehr zart und geschliffen. Ein Paradebeispiel für das Potential dieser kleinen Bergappelation! Ein Wein der heute schon unheimlich viel Spaß macht, in fünf Jahren aber mit Sicherheit noch größer sein wird!