Ch. de Rouanne war der große Gewinner von 2021 und ist es witzigerweise auch 2022 wieder, aber aus einem sehr anderen Grund. Es gab 2021 nur wenige Appellationen, die so viel Anmut und Dichte erreicht haben, in 2022 haben das fast alle. Der langgezogene Hang mit guter Drainage und den konstanten Winden half in 2021 die Trauben trocken zu halten, in 2022 hat es wie eine Klimaanlage funktioniert und vor Überreife bewahrt. Der Blend ist 50 Prozent Grenache, 30 Syrah und 20 Mourvèdre. In Vinsobre wachsen die besten Syrahs des Südens, da sind sich nahezu alle Winzer einig. Die Frucht ist crunchy und sehr saftig, eine wahre Freude, Brombeere, Holunderbeere, Schlehe. Dunkel zwar, aber so weit von jeglicher gekochter Frucht wie man sich nur denken kann. Sehr süße, drückend-dichte Tannine. Der Wein ist erstaunlich finessenreich und elegant. Als ich ihn vor einem Jahr zuletzt probierte, war er noch deutlich fester und straffer, nun in 2025 probiert ist er immer feiner geworden. Lang und länger werdend hintenraus. Für einen Village ist das ein beachtliches Niveau und ein superber Ausdruck dieses großen Jahrgangs, der eigentlich alles mitbringt, was man sich wünschen kann.