Wie in fast jedem Jahr haben wir hier ziemlich genau hälftig Merlot und Cabernet Franc in der Cuvée. 70 Prozent Neuholz und 30 Prozent einjähriges Holz. Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 13 Volumenprozent. Dunkles Rubinrot. Duftige rote und schwarze Kirsche in der Nase. Hohe Intensität mit Veilchen, Lakritze daneben. Im Mund unglaublicher Grip und ein Ansturm von Salz, Schwarzkirsche, Sauerkirsche und roter Kirsche. Cassis und Brombeere dazu, auch extrem konzentrierte, fast schwarze Waldhimbeere. Viel Druck, viel Salz, leichte Honigspur darunter. Unglaublich voluminös im Mund, allen Raum einnehmend. Dabei gleichzeitig extrem hohe Eleganz im satten Tannin. Fast ein Blockbuster in extrem hoher Eleganz. Wow, was für ein unerwartet dichter, reicher, kraftvoll-opulenter Clos Saint Julien. Die Intensität trägt einen aus der Kurve, die Cabernet Franc ist so extrem gut gelungen! Der 2024er ist genauso gut wieder grandiose 2023. Das hätte ich überhaupt nicht erwartet! Was für ein reicher und gleichzeitig eleganter Wein! Was für eine hohe Fruchtintensität… Nichts verschwindet, nach dem Abgang bliebt alles für zwei Minuten stehen. Ein grandioser Wein und in 2024 einer der allerbesten Saint-Émilion. *** Clos Saint Julien ist das vierte Weingut von Cathérine Papon-Nouvel, der bekannten Biodynamikerin mit ihren vier winzigen Weingütern in Saint-Émilion und Castillon. Ab 2022 ist Clos Saint Julien ein Grand Cru Classé. Das gibt einen riesigen Ansehensschub, auch wenn sich der Wein deshalb natürlich nicht ändert. Das Weingut liegt komplett auf massivem Kalkstein direkt am Eingangskreisel von Saint-Émilions Plateau. Die Reben sind zwischen 40 und 80 Jahre alt. Es gibt nur 1,5 Hektar in extremer Dichtpflanzung und nur 7.000 Flaschen insgesamt. Unter dem Kalkstein, auf dem die Reben stehen, ist ein Höhlengewirr, das direkt in die Stadt führt. Also reiner Fels. In dieser extremen Art gibt es das fast nur auf Clos Fourtet und Clos Saint Martin. Cathérine Papon-Nouvel sortiert seit 2017 mit der von Château Ausone zuerst praktizierten Zuckerwasser-Sortierung. Nach kompletter Entrappung wird noch einmal nachsortiert, nur total cleane Beeren kommen in diese Lösung. Die Zuckerwasser-Konzentration entspricht dabei exakt dem des Safts vollreifer, gesunder Beeren. Das Ergebnis: In diesem Wasserbad sacken nur die reifen Beeren herunter, die man optisch von den etwas unreiferen nicht unterscheiden kann. Die unreifen Beeren bleiben auf der Oberfläche schwimmen und können abgeschöpft werden. Anschließend laufen die gesunden Beeren natürlich vor der Vergärung durch Klarwasser. Erst nach der Trocknung werden sie in die Vergärung gegeben. Der Wein wird spontan im Edelstahl vergoren und für 22 Monate in 70 Prozent neuen und 30 Prozent gebrauchten Barriques ausgebaut.