Chapoutier: Ermitage L’Ermite 2025

Chapoutier: Ermitage L’Ermite 2025

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Syrah 100%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2035–2065
Verpackt in: 3er OHK
pikant & würzig
strukturiert
voluminös & kräftig
Lobenberg: 100/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Ermitage L’Ermite 2025

100
/100

2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. L’Ermite stammt aus der Einzellage Chapelle und liegt damit höher als Les Bessards, aus dem Le Pavillon kommt. 100 Prozent Granitböden, aber auch sandige Elemente. Die Weine fallen daher feiner, floraler, himbeeriger und verspielter aus. Es ist die Krönung der Finesse. Seit Jahrgang 2022 verwendet Chapoutier ein bisschen Rappenanteile in der Vergärung, das kam vor allem durch das Bestreben von Maxime Chapoutier. Sie sind etwas später zugänglich dadurch, weil sie etwas schärfer werden, aber dafür reifen sie wahrscheinlich noch graziler. Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich, wie ultramineralisch der L’Ermite ist, selbst im Vergleich neben den anderen Parcellaires, die ja alle einen sehr deutlichen Mineralabdruck haben. Aber diese enorme Salzigkeit und Pikanz des L’Ermite erreicht keiner. Schon der Duft ist von feinem Gesteinsmehl durchzogen, selbst in dem heißen Jahrgang ist es eine feine Nase. Dunkler und wuchtiger als im Vorjahr 2024, ganz klar. Aber keine Opulenz, nur Gestein. Die Frucht ist im L’Ermite noch so kanalisiert und kompakt, dass ich sie kaum auseinanderdividieren kann. Es ist eine dunkle, erdige Frucht mit Tabak und Garrigues durchzogen. Obwohl er so mineralisch ist, hat er einen mediterranen Charakter, lässt fast etwas an das spanische Priorat denken. Der Mund ist so gerade wie ein Pfeil, hat unendliche Tannine, die alles mit Granit tapezieren. Und dann immer wieder: Salz, Salz, Salz von einer straffen Säurepikanz durchzogen. Deutlich opulenter im Körperbau als 2024, aber dem L’Ermite merkt man das aufgrund seines hohen Mineralausdrucks höchstens durch die massigen Tannine an, nie durch Überreife. Es bleibt ein Ausnahme-Terroir, das ganz besonders auch in heißen Jahren glänzen kann durch die Lage am Hangkopf. Das geht nicht mehr besser, nur anders. Und wenn der Pavillon dieses Jahr ein süßer Chambertin ist, so sind wir beim L’Ermite eher bei einem Clos de Tart

Mein Winzer

Chapoutier

Seit der Gründung im Jahre 1808 hat jede Generation aus dem Hause Chapoutier auf eigene Weise dazu beigetragen, ihre Weine zu weltweiten Spitzenprodukten zu entwickeln. Das größte bisheriges Wagnis war die komplette Umstellung der Produktion der Einzellagen auf biodynamischen Weinanbau. Hier wacht...

Ermitage L’Ermite 2025