Die Weine von Can Rafols dels Caus entstammen der Region Massis del Garraf. Eine hügelige Landschaft direkt an der Küste Kataloniens gelegen mit teilweise steilen Hängen, trocken und karg. Die Weinberge stehen auf einem Kalkriff, das Teil der Küstenlinie von Katalonien ist und sich zwischen den Ebenen von Penedes und dem Mittelmeer befindet. In direkter Nachbarschaft zum Weingut sollte ein Gebiet von 80 Hektar, auf dem 40 Hektar alte Weingärten stehen, gerodet werden, um ein Zementwerk zu errichten. Um diese uralte Kulturlandschaft zu erhalten, hat Carlos eingegriffen und das Land gekauft. Die Weinberge werden zertifiziert biologisch bewirtschaftet. Wir haben hier eine rare Komposition von Xarello und Riesling, zwei Sorten, die beide auf Frische und Säure aufbauen. Alles spontanvergoren, der Xarello wurde in großen Fässern aus Kastanienholz ausgebaut. Aus dem Glas strömt ein Fächer von Zitrusfrüchten, Limette, grüner Apfel, schöne Frische zeigend. Auch leicht kräuterig und rauchig. Im Mund dann fein tänzelnd, frisch und Zitrusfrucht-betont mit etwas kreidigem Gripp vom kalkgeprägten Boden. Eine saftige, runde Frucht mit grünem Apfel, Aprikose und Grapefruit, begleitet von rassiger Säure, macht den Terraprima zu einem mundwässernden Frische-Erlebnis mit puristisch mineralistischem Ausklang. Das ist ein erfrischender, aromatischer Blanco in einer kalkig-kühlen Stilistik, die man so eher aus den Rias Baixas im Nordwesten kennt. Eine leckere und spannende Erweiterung der Weinwelt Kataloniens.
2025 ist ein hervorragendes Jahr in Spanien, wenn auch mit vielen Ertrags Einbrüchen wegen der Trockenheit und vielen lokalen Schwierigkeiten wie Mehltau und Hagel. Ein wärmeres Jahr als das überaus schicke und elegante Jahr 2024, eher im Druck an 2023 erinnernd, aber mit mehr fruchtiger Saftigkeit und weniger Alkohol. Es gab mit über 500 mm in Summe genug Regen im Frühjahr. Das führte vermehrt lokal zu Mehltau (was die Qualität nicht mindert), in einigen Regionen gab es deshalb 50% weniger Menge. Der Sommer war sehr trocken (auch dadurch starke Ertragseinbußen) aber nicht zu heiß, im milderen Spätsommer gab es hier und da hilfreiche Regenfälle. Die Ernte verlief überall ziemlich früh und letztlich perfekt, wenn auch nicht überall homogen. In Summe gab es überwiegend Weine mit hoher Fruchtkonzentration und extremer Aromatik und Ausdrucksstärke bei großartiger Balance und relativ niedrigem Alkohollevel. Viele Winzer berichteten von einer so noch nie erlebten Harmonie und Eleganz. Das alles erinnert sehr an Bordeaux 2025! Das gilt vom Osten bis zum Westen, von Jumilla bis zur Rioja und Bierzo. Die Hochlagen Spaniens oberhalb 600 Metern waren klar im Vorteil, zum Glück haben die allermeisten Weltklasse-Winzer ihre Weinberge zwischen 600 und 1100 Höhenmetern. Nur Galizien profitiert auch in Flachlagen extrem vom atlantischen Klima und Regen. Ricardo Perez aus dem Bierzo (Descendientes Palacio) fasste das Jahr zusammen in einem Wort: »Buenisimo«.