Dieses Jahr circa 50% unentrappt vergoren, das ist immer vom Jahrgang abhängig. Der Anteil der Mourvèdre ist in allen Blends, in denen er beteiligt ist, anteilig stets gestiegen in den letzten Jahren, weil er so gut an die sich ändernden Klimaverhältnisse angepasst ist. Die Vergärung findet hier zu 100 im Betontank statt, immer spontan und für rund fünf Wochen. Der Ausbau findet komplett in großen Holzfudern statt, für rund ein Jahr. 100 Prozent Grenache, wie gesagt 50 Prozent unentrappt. Dieser Wein kommt komplett von rotem Lehm, also über Jahrmillionen aus Kalkstein entstandenem Untergrund. Diese reine Grenache Cuvée für die Nicolas berühmt ist, ist häufig das was man als archetypischen Châteauneuf bezeichnen kann. Natürlich ist die Tradition mit ihren 6 Rebsorten eher an der historischen Realität, aber Grenache bildet ja nun auch das Herzstück aller Châteauneufs. Deshalb haben wir in den sortenreinen Cuvées immer das Herz von Châteauneuf in reinster Form im Glas. Winzer Nicolas Boiron: »Am ehesten würde ich den Jahrgang 2023 mit dem ebenfalls sehr sonnenreichen 2020 vergleichen, weil es eben auch diese satte Reife bei gleichzeitiger Eleganz hat. Es ist etwas eleganter und feiner als 2022.« Schon die Nase des Gloire ist deutlich feiner als die des Tradition, und doch hat er mehr Konzentration. Der Wein ist schon in der Jugend unglaublich vielschichtig, obwohl er so schick und zugänglich ist. Die 2023er könnte man leicht unterschätzen, weil sie so geschmeidig und offen sind, aber da steckt so viel Profondeur unter der Haube. Richtig satt im Mund, dicht und cremig, mit feinsalziger Mineralspur. Der Kern bleibt süße Himbeere mit Walderdbeere, darunter liegt Grapefruit, Mango und Zimtstange. Der Mundeintritt ist extrem mineralisch, da ziehen sich die Augen zusammen, die Zunge rollt sich. Wir haben eine wahnsinnige Frische aus 50 Prozent Rappen, aber eben auch aus diesem Terroir mit enorm viel Salz, es mag gar nicht wieder verschwinden. Das Ganze in dieser rotfruchtigen Himbeer-Kirsch-Soße, das ist schon phänomenal, sooo fein und verspielt, geradezu auf der Zunge tänzelnd. Das Terroir ist schon der Schlüssel in diesem Wein. Jedes Element greift ineinander. Die Frucht steht vorne, dann kommen die dichten Tannine angerauscht, dass es nur so kracht. Ein berauschender Wein, weil er trotz seiner Komplexität und strukturellen Größe auch trinkfreudig und verspielt bleibt.