Die Reben sind in den 1890er Jahren gepflanzt, also wirklich »uralt«. Natürlich wurzelecht, Einzelpfahl. Aus dem Filetstück der legendären Sonnenuhr, direkt bei JJ Prüm und Co., im Herzen dieses legendären Weinbergs. Spontanvergoren und ausgebaut im traditionellen alten Moselfuder. Schon beim ersten Hineinriechen wird man in den Bann dieses wunderbaren Moselrieslings gezogen! Was für ein köstlich-feiner Moselduft, Flieder, Veilchen, Sanddorn, Cassis und Holunder, aber alles schwebend fein und ruhig. Die zarte gelbe Frucht ist etwas scheu, leicht reduktiv in der Jugend, wie die Sonnenuhr eben ist. Der Mund krach vor Mineralik, ist für den runderen und feineren Jahrgang schon sehr salzig-pikant und griffig-steinig. Kommt stark über seine feine Mineralstruktur, läuft nur geradeaus, man denkt an Chablis, aber in ganz ganz schlank und zart. Der Feuerstein zieht an den Backen, feinmineralisch. Da kommt eine solch irre mineralische Länge aus diesen uralten Reben, der Wein schwebt durch den Nachhall. Ich befürchte, die meisten Flaschen werden die ihnen gebührende Reife von 20 und mehr Jahren kaum erleben, einfach weil es so köstlich und animierend saftig ist. In 2022 eine ganz feine Klinge. 95-97+/100