Der Ortswein von Rudolf May kommt aus seinen hervorragenden Lagen in Retzstadt, überwiegend Muschelkalkboden. Biologische Weinbergsarbeit und viele ältere Reben um die 30 Jahre, teilweise in Cordon-Erziehung, Steillagen mit niedrigen Erträgen. Es sind steinige Standorte auf Muschelkalkböden. Vergärung und Ausbau überwiegend im Edelstahl. Reine Spontangärung, durchgegoren auf knapp unter 4 Gramm. Der Ortswein hat in 2024 rund 80 Prozent Holzanteil, großes Holz. Normalerweise ist auch mehr Edelstahl dabei, aber durch den harten Frühjahrsfrost und die Peronospora hat der Öko-Betrieb May rund die Hälfte der Ernte verloren, somit ist das Mengenverhältnis deutlich verschoben. Der Retzstadter Silvaner kommt nicht übermäßig fruchtig, sondern bei May immer eher würzig-steinig aus dem Glas. Der Wein bleibt sehr lange ohne Schwefel auf der Hefe, weil die Entwicklung viel schöner ist laut May. Der Retzstadter ist stoffiger als in den Vorjahren, schon immens konzentriert für einen Ortswein, Quittenbirne, frisches Heu, Kamillenblüten, weißer Tee, hintenraus auch saftiger, mürber Sommerapfel. Im Mund gut fokussiert mit schönem Mineralausdruck aus den steinigen Böden, aber durch seine Stoffigkeit ist der 2024er etwas cremiger als im Vorjahr, die Säurespure treibt ihn dennoch nach vorne. Toller Schmelz, bei May ist es nie karg. Eine Balance genau wie sie sein sollte.