Lobenberg: Aus dem historisch heiß-trockenen Jahr 2022 kommen gerade vom kühleren Norden des Rhônetals so unglaublich gute Weine. Familie Tardieu war schon vor unserem Tasting voll Euphorie und Freude über den superben Jahrgang, der ein bisschen wie 2019 die Quadratur des Kreises aus Reife und Frische verbindet. In dieser extrem versammelten, für Saint Joseph reichen und intensiven Nase. Feine Salzkaramelle, Akazienhonig und Mandarine, gelbe Blüten und Kumquat. Trotz der hohen Dominanz der Marsanne ist die Nase nicht so weißblütig wie die des Crozes Blanc, sondern gelbfruchtiger und etwas reicher. Der Wein nimmt den kleinen Neuholzanteil sehr gut mit, zeigt eine tolle Verwobenheit und Balance. Die Weißweine des Nordens haben in 2022 den Vorteil des niedrigeren Alkohols gegenüber dem Süden. Dadurch sind sie trotz ihrer intensiven und dichten Aromatik keineswegs fett oder überwältigend, sondern bleiben frisch und trinkbar elegant. Aber natürlich schiebt der Saint Joseph aus diesem Jahr schon ganz schön an, hat eine wahnsinnige Intensität in seiner Karamell-Quitte-Kumquat-Kombination mit mundwässernden Bitterstoffen im Finale, das einen fast aus der Kurve trägt mit der energiegeladenen Reichhaltigkeit. 96-97+/100 *** 13,5% Alkohol. 85 Marsanne und 15 Roussanne. 40 Jahre alte Reben aus drei Granit-Lagen. Ganztraubenpresse und 12 Monate in neuem und zweijährigem Burgunder Barrique auf der Feinhefe ausgebaut ohne Batonage. Gefüllt ohne Schönung und Filtration. Diam-Kork.