Chardonnay R 2021

Rebholz, Ökonomierat: Chardonnay R 2021

BIO

Zum Winzer

96–98
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2037
Verpackt in: 6er
9
frische Säure
mineralisch
3
Lobenberg: 96–98/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay R 2021

96–98
/100

Lobenberg: Der Chardonnay R wächst in der Lage Im Sonnenschein, wo auch das Top-Weißburgunder GG herkommt. Also Kalksteinfels, auch mit leichter Lössauflage. Kurze Maischestandzeit. Auf der Korbkelter gepresst. Spontan vergoren in burgundischen Barriques, bei 20 bis 30 Prozent Neuholz. Einige Fässer machen eine Malo, viele aber nicht, das ergibt einen hohen Spannungsbogen. Chardonnay ist nach dem Kastanienbusch Riesling der zweitwichtigste Wein bei Rebholz. Familie Rebholz arbeitet seit 1987 mit Chardonnay, hat also über 30 Jahre Erfahrung mit der Sorte und das merkt man hier auch eindeutig, denn der Chardonnay R hat sich in der Topliga dieser Rebsorte in Deutschland etabliert. Zudem hat Hans Rebholz immer wieder bei Comte Lafon im Burgund gearbeitet und nochmal viel burgundisches Know-How dazu gebracht. Die Nase zeigt viel Feuerstein, dunkle Mineralnoten, die typische Rauchigkeit des Kalksteins, gebrannte Sahne, feine Karamelle, aber ganz unterschwellig. Die Strahlkraft und Klarheit am Gaumen sind grandios, sehr fein, salzig, druckvoll. Angeröstete Quitte, Caramel-Fleur de Sel, glockenklar, obwohl er immer unfiltriert abgefüllt wird. Gerade wenn man die Attacke aus dem intensiven Kalkschmelz verarbeitet hat, wird man von einer berauschenden Welle hoch feiner Salzigkeit überwältigt. Lang und länger werdend, elegant, kristallin, immenser Spannungsbogen. Schon anspruchsvoll und mit ordentlichem Zug aus der Salzigkeit und flirrender Säure, aber am Ende eben auch mit pfälzischer Cremigkeit und Dichte, dass man ein Stück tiefer in den Sessel rutscht. 96-98/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Rebholz, Ökonomierat

Der Wahlspruch von Hansjörg Rebholz vom Weingut Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen lautet: Keine Kompromisse! Dass er damit nicht schlecht fährt, zeigen zahlreichen Auszeichnungen und nicht zuletzt seine Weine, die mit zu den besten gehören, die man in der Pfalz bekommen kann.