Ein Jahrgang, geprägt von Hitze und Trockenheit, mit kleinen, hochkonzentrierten Beeren – aber durch die späten Regenfälle mit genau der richtigen Balance und Frische eingefangen. Die potenziellen Alkoholwerte waren extrem hoch bei bis zu 15% Vol, durch den Regen dann aber runter auf nur 13%. Der Alter Ego stammt wie in jedem Jahr von den etwas sandigeren, leichteren Böden. In der Nase sofort sehr Margaux und sehr Palmer. Feine, strahlende Frucht, schwarze Johannisbeere, dazu süße rote Kirsche und ein Hauch Walderdbeere. Erstaunlich rotfruchtig. Dann helle Lakritze und Graphit, etwas Wacholder. Dahinter diese typische, fast pudrige Eleganz, Veilchen, sehr fein und schwebend. Nichts Lautes, alles unglaublich präzise und glockenklar. Am Gaumen dann mit schöner Spannung. Saftig, mit feinem Fruchtkern, Cassis und rote Beeren im Wechsel. Die Tannine sind ungemein, sehr fein gewoben, fast seidig und verspielt. Der Cabernet-Anteil bringt Struktur und Frische, eine gewisse Kühle, während Merlot die Mitte schön auspolstert, das gewisse Fett verleiht, das Lecker-Gen aus dieser hedonsitisch-reichen Kirche. Das ist kein opulenter, lauter Alter Ego, sondern einer, der über Eleganz und Balance kommt. Sehr harmonisch, mit toller Frische und dieser typisch Margaux’schen Leichtigkeit trotz der Konzentration. Im Nachhall lang, fein und getragen von dieser vibrierenden, salzigen, kalkigen Frische. 2025 ist ein extrem guter Alter Ego, vielleicht einer der besten bisher mit einfach grandioser Finesse, Präzision und diese besondere, fast schwebende Eleganz. Genial!