Der Kabinett aus Tims bester Lage kommt vom blauen Schiefer. Tim ist überzeugt, dass ein großes Kabinett nur aus den besten Weinbergen kommen kann. Stammt aus hochgelegenen Parzellen, die nicht ganz rein südlich exponiert sind. Hier herrscht morgens etwas mehr Schatten. Das ist der Teil im Weinberg Felseneck, wo es um die Biegung des geschwungenen Berges herum geht – also um die Südexposition herum. Karger Vulkangesteinsboden, der diese typische feuersteinige Reduktion bringt, bei Kabinett wird sie von einer zarten Süße umspielt. Im Grunde ein mega Kabinett-Jahrgang. Tim Fröhlich ist im Grunde, auch wenn man meint es könnte anders sein, kein Freund von grundsätzlich früher Lese. Er sucht zwar die Pikanz und Säure im Wein, aber es muss zwingend reif sein, vor allem die Säure. Einfach nur früh lesen reicht nicht, man braucht die richtige Lage und eine gute Reife, auch im Kabinett, sonst wird es aggressiv. Toller Fruchtausdruck, Blaubeere, grüne Aprikose, frische, süßsäuerliche Weintraube, Orangenabrieb. Das Kabinett hat eine grandiose Balance, weil es recht trocken wirkt, bei etwas über 40 Gramm Restzucker. Die Säure liegt allerdings auch über 9 Gramm, sodass es eine superbe Balance ergibt. Verglichen mit der Mittelmosel ist das hier etwas feiner und minziger, fast sogar kühler, weil es weniger über gelbe Frucht kommt, zugleich ist die Säure einen Ticken reifer als an der Mosel. Das Kabinett tanzt auf der Zunge, weil es auf allerfeinstem Blauschiefer steht. Je feiner der Schiefer desto feiner die Weine. Dieses Kabinett gehört zu den Großen, die es dieses Jahr einige Male gibt, aber es setzt sich mit an die Spitze. 95-96+/100