Riesling Bastei Großes Gewächs 2021

Gut Hermannsberg: Riesling Bastei Großes Gewächs 2021

Limitiert

Zum Winzer

97–100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2054
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
voll & rund
frische Säure
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Bastei Großes Gewächs 2021

97–100
/100

Lobenberg: Eine der spektakulärsten Weinbergslagen der Welt. Wie ein Amphitheater umschließt der rote Fels eine kleine Bühne, auf der nur der Riesling so beeindruckend Ergebnisse bringt. Die Wurzeln wurzeln tief im Ryolithgeröll. Ständig kühler Luftzug in diesem Weinberg. Das Ryolithgeröll ist sehr harter Fels, fast an Feuerstein erinnernd. Porphyrmäßig. Direkt hinter den Reben fängt das Felsmassiv an und umschließt dieses Amphitheater und ist ein riesiger Wärmespeicher für die Reben. Die Weine werden spontan vergoren, die Weinbergsbearbeitung ist biologisch. Intensive Reduktionsnote, wilder und noch rauchiger als im Vorjahr, rauchig-würzig, feiner Schieferstinker, dann etwas Tonicwater, Limettenzeste, milde Amalfizitrone, grüne Aprikose. Die Nase ist von den drei GGs Hermannsberg, Kupfergrube und Bastei die ausladendste, intensivste und tiefste, aber im Jungstadium dennoch der Unnahbarste. Dennoch ist das hier reiner Riesling-Purismus. Ganz reife, warme Zitrusfrucht, Yuzu, Pomelo, etwas schlanke Melone darunter, deutlich Grapefruit, Orangen, Flint, viel Zitronengras. Karg und doch hochintensiv am Gaumen, reife, warme Zitrusfrucht, Orangenschale, Orangenblüten. Karsten Peters sagt, das sei die kühlste, feinste und filigranste Bastei, die er je gemacht habe. Ich kann nur sagen, es wirkt auf eine unbeschreibliche Art filigran und zerbrechlich, und dennoch aromatisch reif, einnehmend und ergreifend. Ein extremer Wein und doch lässt er einen nicht los in seiner packenden Art. Feine Tanninstruktur, enorme Konzentration, alle Regler auf rechts. Felsentürmchen von Dönnhoff oder Schäfer Fröhlich sind vergleichbar, was die Steinigkeit angeht. Karsten Peters Meisterwerk in Purismus und mineralischer Ausstrahlung. Der zweijährige Turnus tut diesem steinigen Monument mehr als gut, braucht viel Zeit in seiner Tiefe und Substanz, aber dann geht die Post ab. 97-100/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Gut Hermannsberg

Im Jahr 1901 gründete der preußische Staat die Domäne und erwarb die ersten Flächen: steiles, zerklüftetes und felsiges Gelände inklusive einer ehemaligen Kupferschürfung.

Riesling Bastei Großes Gewächs 2021