Nur knappe 12% vol. hat dieser sehr trockene, rassig-frische Sekt aus dem Rheingau. Das ist das zweite Degorgement, das Hajo vom 2017er hat, den er nach satten fünf Jahren Hefelager dann Brut Nature ohne Dosage degorgiert hat. Der Rheingau war und ist ja auch eine deutsche Sekthochburg. Die stahlige Säurespur und marginale Reife der nördlich gelegenen Region steht seit jeher für tolle Schaumweine und Hajo Beckers Variante ist immer ein spezieller, leicht freakiger, aber dennoch sehr leckerer Stoff. Das ist Sekt für erfahrene Genießer, ein bisschen nischig, aber mit toller Handschrift. Die zweite Vergärung wird nicht mit Zucker sondern nur mit Saft durchgeführt, also Most. Ganz feine Briochenase, Kamille, reife Birne, reifer Apfel, kaum Süße ausstrahlen aber trotzdem hohe Saftigkeit und Charme. Er ist stahlig wie klassische Rheingauer, aber nie aggressiv, er ist so reif und ausgewogen, dass er überhaupt keine Süße braucht. Der Wein ist überaus lebendig im Mund und zeigt Bratapfel, mürbe Birne und auch wieder diese feine Brioche- und Karamellnote, Wiesenblumen, wunderbare Länge. Toller Grip am Gaumen und immenser Zug, dabei charmant, süffig, extrem lecker. Ein extrem guter, ziemlich perfekt balancierter Rieslingsekt auf sehr hohem Niveau mit langem Nachhall und feiner Kräuterwürze.