Die über 40 Jahre alten Reben im Biengarten stehen in den historisch höchstklassierten Teilen der Haardt, das ist allerbestes Terroir. Kühle, windoffene Hochlage, sehr kalksteinreich und karg in den Böden. Sophie hat sich hier voll auf Pinot fokussiert. Die Weißburgunder-Reben wurden komplett herausgenommen hier, ab jetzt gibt es nur noch Pinot. Das ist zwar eine erste Lage, für mich hier bei Christmann aber eher schon auf GG-Niveau. Nur wenig Pigeage, eher zarte Vinifikation. Etwas weniger Ganztrauben als im Vorjahr. Spontangärung mit rund 30 Prozent Rappenanteil im Edelstahl. Der Ausbau erfolgt genau wie beim Idig Spätburgunder im Barrique mit geringem Neuholz-Anteil von rund 15 bis 20 Prozent. Eine versammelte und dennoch so feine, verspielte Nase. Der Biengarten ist ohnehin schon zart und kühl, aber 2021 so wunderbar verspielt, floral, ja fast tänzelnd. Veilchen, Schwarzkirsche, Schattenmorelle, immer wieder blitzen auch rotbeerige Nuancen von Himbeeren und Sauerkirsche auf. Kalkstein, ein bisschen Pfeffer von den Rappen, elegante, rauchige Reduktion. Daneben auch feine Extraktsüße ausstrahlend. 2021 nochmal mehr Eleganz, mehr Filigranität, deutlich dramatischer aufgeladen. Am Gaumen hat der Biengarten eine brachiale Energie! Viel salzige Textur und schneidende, ultrakristalline Säure. Unglaublich feingeschliffenes Tannin trifft auf süße Frucht. Wie in Salz gewendete Himbeere mit Cranberry und viel roter Kirsche. Das ist einerseits so elegant, aber hat irgendwo auch ordentlich Power im Untergrund. 2021 hat die Aufregung der Rieslinge auch im Pinot und das finde ich einfach hochspannend. Diese kühle, hochfeine Art von Gimmeldingen wird durch diesen burgundisch-eleganten Ausbau perfekt zum Ausdruck gebracht. Ein wunderschöner Spätburgunder von einem der spannendsten Kalk-Terroirs der Pfalz. 96/100