Wunderbare reife Nase. Nicht mit diesem Grip wie Seguin, dafür aber wollüstig und erotisch. Satte süße rote und schwarze Kirsche, rote Zwetschge. Eine Duftwolke mit Flieder, Lavendel, ein wenig Veilchen und süßen Rosenblättern. Hocharomatisch! Deutlich mehr Grip im Mund, durchaus Struktur zeigend. Auch hier viel Kirsche, leichte Brombeere, Himbeere und etwas Salz. Man spürt das hervorragende Terroir. Der Mund zeigt Länge, er zeigt Struktur und gleichzeitig hat er diese hohe Reife, die Weichheit. Natürlich kann dieser Pontac Monplaisir nicht im Ansatz an Seguin heranreichen, der einfach viel präziser ist und in der absoluten Oberliga spielt. Aber Pontac Monplaisir ist im Einstiegsbereich der Appellation Pessac-Léognan durchaus ein Superschnäppchen und klar strukturierter als der wunderschöne Zweitwein von Domaine de Chevalier. Durchaus eine Alternative zu Fieuzal. 2022 macht wirklich viel Freude! *** Dieses winzige Château, noch im Stadtgebiet Bordeaux liegend, ist nun seit vielen Jahren im Kreise der Top-Weine Pessac-Léognans angekommen und dennoch noch vollständig unbekannt. Einer der Preishammer am linken Ufer schlechthin. Das Weingut segelt im Fahrwasser von La Mission Haut-Brion, Pape-Clement und anderen. Die Lage ist eigentlich eher witzig. Bei diesen hohen Bodenpreisen hier eine alteingesessene Domaine zu betreiben. Und dementsprechend wird ständig etwas rausgezwackt von Immobilienhainen. Die alten Reben sind aber archetypisch für diese Region. Der Besitzer ist Alain Maufras. Insgesamt gibt es nur 16 Hektar, davon 80 Prozent Rotwein. Die Weinreben sind über 30 Jahre alt, der Boden argilo-calcaire und ein bisschen Sand-Kies-Gemisch. Also die klassische Bodenzusammensetzung wie sie auch beim Nachbar La Mission Haut-Brion zu finden ist.