Daniel Wagner tauscht eine Parzelle Heerkretz gegen eine Parzelle Scharlachberg mit Weingut Bischel in einem freundschaftlichen Pachttausch, um diese sehr unterschiedlichen Terroirs jeweils mit eigener Handschrift zu vinifizieren. Spontanvergoren auf 1.5 Gramm Restzucker und rein in Edelstahl ausgebaut in 2024. Der Wein stammt aus einer hochgelegenen Parzelle auf rotem Quarzitboden. Der Scharlachberg ist neben Wagner-Stempels Paradelage Heerkretz der wärmere Weinberg, der ausladendere und reichere Weine hervorbringt. Es ist ohne Zweifel eine der besten Lagen im Norden Rheinhessens. Durch die Frühjahrsfröste des Jahres 2024 hat Daniel Wagner rund 50 Prozent seiner Riesling-Ernte verloren. Er ist etwas cremiger und warm-würziger als der sehr kühl-steinige Heerkretz. Der hochmineralische Boden verleiht aber auch dem Scharlachberg einen immensen, unterliegenden Spannungsbogen. Der Scharlachberg ist atemberaubend in seiner Dichte und Kraft, obwohl er keineswegs fett ist, in seiner athletischen Ausrichtung sogar weit davon entfernt. Er hat in 2024 eine sehr dunkle Würze, fast ein bisschen Heerkretz-Charakter, das Zwingende und Dramatische aus dem Feuerstein. Scharlachberg ist intensiver und expressiver, zeigt mehr sofort, ist etwas lauter, mit grüner Mandarine und Maracuja, darüber Bananenblatt und grünes Zigarrendeckblatt. Obwohl der Wein kein Holz sieht, ist er der dichtere, wuchtigere Wein. Da ist schon richtig Musik drin, cremige Dichte, dabei in 2024 aber stets schlank und gerade bleibend. Daher mag ich diesen Jahrgang so sehr, er verbindet Leichtigkeit mit Konzentration wie kaum einer zuvor.