Der Erbacher Marcobrunn ist eine der bekanntesten, prestigeträchtigsten Lagen im gesamten Rheingau. Gerade einmal knapp sieben Hektar groß, ist hier natürlich jede Fläche hart umkämpft. Der tiefgründige Boden besteht hier aus tertiärem Mergel mit einem hohen Kalkgehalt. Die vollreifen Trauben wurden schonend gepresst, anschließend im relativ neuen Stückfass vergoren und ausgebaut und bis kurz vor der Füllung auf der Vollhefe belassen. Wow, in der Nase ist der Marcobrunn wirklich ein tief mineralischer Gigant! So erhaben, fast unnahbar in seiner puren Steinigkeit, rauchig umrahmt. Schon der Duft strahlt die Konzentration und Kraft aus, die der Marcobrunn ausstrahlt. Diese unbändige Wuchskraft der Reben überträgt sich Eins zu Eins in diesen Wein. Druckvoll und unglaublich reich, Zitronengras, Limette, Matcha, schwarzer Pfeffer und Salbei, fein eingebundenes Holz. Marcobrunn hat diese irre Kombination aus Jodigkeit, Erdigkeit, milder, öliger Zitrusfrucht und gigantischer Konzentration. Der Wein vibriert, aber nicht in so klarer Dramatik wie beispielsweise die Jungfer, sondern eher wie ein tiefer, unterschwelliger Bass. Das hat immensen Druck, der Wein will herausgelassen werden, aber das wird er erst so richtig nach einigen Jahren Flaschenreife aufdrehen. Eins ist aber jetzt schon sicher – der Marcobrunn ist ein spektakulärer, mystischer mit Grand Cru mit grandiosem Potenzial.