Die Kalmit ist die Paradelage des Weinguts Kranz – und umgekehrt hat Kranz diese Lage überhaupt erst richtig auf die große Bühne gebracht. Ein klassisches Win-Win also. Der Südhang der Ilbesheimer Kalmit, heute – vor allem Dank Boris Kranz – Grosse Lage, ist das Herzstück des Betriebs. Ein rund 270 Meter hoher Kalkhügel, entstanden während der Absenkung des Oberrheingrabens im Tertiär. Poröser Landschneckenkalk bildet die Basis, darüber liegen je nach Parzelle Löss, Mergel oder Gehängelehm. Genau diese Mischung macht die Lage so besonders. Die Reben wurzeln tief in den Kalk, die Erträge sind extrem niedrig, meist gerade einmal zwischen 20–30 hl/ha. Selbstverständlich Handlese, Ganztraubenpressung, spontane Vergärung im Edelstahl. Alles darauf ausgelegt, die Herkunft möglichst pur ins Glas zu bringen. Der 2024er zeigt dann auch sofort, warum diese Lage so viel Aufmerksamkeit bekommt. In der Nase steinig und kühl, mit feiner Reduktion. Zitruszesten, gelber Apfel, etwas Quittenschale, dazu frische Kräuter, Kamille und ein Hauch Schafgarbe. Alles sehr präzise, sehr fokussiert. Dahinter schiebt sich dieser typische Kalkton der Lage, leicht rauchig und würzig. Am Gaumen dann richtig Zug. Straff, vertikal und unglaublich präzise gebaut. Reife Zitrusfrucht, wieder etwas gelber Apfel, dazu salzige Mineralität und dieser kalkige Grip, der den ganzen Mundraum auskleidet. Zarte Bitterkeit die an Kumquat erinnert. Die Säure ist fein und vibrierend, nichts extrem Lautes, aber enorm präzise. Der Wein wirkt gleichzeitig dicht und unglaublich elegant. Kein Schmeichler, sondern ein Riesling mit klarer Linie und Charakter.,Das Finale ist lang, würzig und salzig, mit einem enormen kalkigen Nachhall, der minutenlang stehen bleibt. Ein druckvoller, aber hochfeiner Riesling, saftig und gleichzeitig messerscharf in der Struktur. Große Eleganz, große Spannung und mit Sicherheit sehr viel Reifepotenzial.