Dirk Würtz, der ja jetzt federführend bei St. Antony ist hat sich entschieden alle GGs zu 100 Prozent im Edelstahl zu vergären und auszubauen. Komplett spontanvergoren, während des gesamten Prozesses und auch zur Füllung nur sehr niedrig geschwefelt, das ist spürbar, die Weine zeigen sich offen, klar und zugänglich, selbst im jungen Stadium eher leicht oxidativ, zumindest keineswegs reduktiv, trotz des Stahlausbaus. Über 6 Wochen gelesen in vielen Durchgängen, extrem selektiv. In 2024 gab es ausgedehnte Maischestandzeiten, dann langsam über 8 bis 10 Stunden oxidativ gepresst. Verbleib in den frühen Sommer des Folgejahres auf der vollen Hefe, dann abgezogen. Man hält die Nase ins Glas und boom! Alle GGs nacheinander probiert, kommt man im Pettenthal nochmal in einer eigenen Welt an. Für den Roten Hang war 2025 ein super Jahr, genau wie 2024. Nach dem trockenen Sommer kam gegen die Lesezeit dann ausgiebiger Regen, sodass man wieder extrem schnell sein musste, alles reinzuholen. Die Ernte war also erneut ein Quickstep. Diese warmen Terroirs am Rhein struggeln mit zu großer Hitze und vor allem zu großer Trockenheit, beides war 2025 nicht der Fall. Der Regen hat die Traubenreife dann wieder etwas entspannt, sodass es nach dem warmen Sommer nicht zu extrem konzentriert war. Das hat dem Jahr diese feine Eleganz gegeben, trotz der hohen Intensität und Power des Jahrgangs, die er zweifelsohne hat. Das Pettenthal ist klar der spannendste Wein bei St. Antony in 2025. Er strahlt eine Mystik aus, zeigt reduzierte Frucht, Rauch, Graphit, dunkel und würzig, noch in sich gekehrt aktuell. Feiner Zitrusabrieb, Salbeibutter. 2025 hat eine herbe Spannung, trotz dieses gigantischen Drucks, den der Jahrgang hat. 2025 macht keine Gefangenen, schiebt und zieht, die kanalisierte, rauchige Frucht zieht richtig tief hintenraus. Noch sehr engmaschig, so viel Kraft, dass er kaum laufen kann. Aber das Verblüffende ist: es wirkt absolut nicht schwer. Wir behalten diese strahlende Riesling-Leichtigkeit. Rollt immer wieder hoch, mit all dem dunklen Mineralspiel, das diese Lage so unvergleichlich macht. Pettenthal ist eine eigene Liga dieses Jahr.