Tim Fröhlich will einfach keine weichen Trauben während der Ernte, er sucht immer die leicht grünlichen Nuancen bei voller Reife. Der Schlüssel war der Ertrag in diesem Jahr, er musste niedrig sein. Alte Reben, tiefe Wurzeln und kleine Beeren, dann war die Dichte und Kraft da. Tims GG stammt aus einem der ältesten Plots im Frühlingsplätzchen, sehr steil und felsig. Mit die ältesten Reben, die Tim Fröhlich überhaupt hat – an die 60 Jahre. Aus dem steilsten Kernstück des Frühlingsplätzchens, sehr felsig. Tief unten hängende Trauben. 2012 hat er den Weinberg so umgestellt. Neue Pfähle, neue Drahtrahmen, Laubwand etwas weiter nach oben gezogen. Purer Rotschiefer, richtige harte verwitterte Schieferplättchen. Man merkt dem Frühlingsplätzchen an, dass das der kargste Teilbereich ist. Dennoch hat der Rotschiefer immer etwas expressivere, charmantere Frucht. Wir haben selbst im charmanteren Frühlingsplätzchen diese Wildheit dieses Jahr, die Melange aus knackfrischen, roten Beeren, aus hellem Gestein, aus Rauchigkeit und Meersalz. Nicht so floral und duftig wie es an der Mosel ist, sondern hier an der Nahe durch die Quarzitadern ist es ernsthafter, kühler. Auch etwas Spontiwürze, aber nicht ganz so wild wie bei den kargeren Lagen von Schlossböckelheim. Der Mund hat eine geniale Struktur, salzig-steinig, seidig-dicht, aber etwas floralen Charme hat er schon und eben eine völlig andere aromatische Auslegung als die rauchig-dunklen Schlossböckelheimer. Ohne Kontext ist das auch schon ein extremistischer, karger Wein, aber im Kontext Schäfer-Fröhlich ist das eines der verspielteren, floraleren und etwas zugänglicheren GGs. 96-98+/100