Der PiNo zeigt eindrucksvoll, warum Rebholz seit Jahren zur Spitze der deutschen Sektmacher zählt. Was hier entsteht, ist kein Nebenprodukt der Stillweinproduktion, sondern sehr ernsthaft gedachter Schaumwein auf höchstem Niveau. Ein Blanc de Pinot Noir (77 %) und Chardonnay (23 %), klassisch wie ein großer Champagner erzeugt: Handlese, Ganztraubenpressung und ausschließlich die erste Pressfraktion bildet die Basis. Der Grundwein vergärt und reift zunächst in gebrauchten kleinen Holzfässern. Danach unglaubliche 100 Monate Hefelager in der Flasche, bevor der Sekt schließlich ohne Dosage degorgiert wird. In der Nase sofort viel Tiefe, aber sehr fein und ruhig. Warme Brioche und Butternoten, dazu gelber Apfel, Zitronenzeste und ein Hauch kandierte Zitrusschale. Mit Luft kommen geröstete Mandeln, etwas Nougat und eine feine, kalkige Würze dazu. Am Gaumen sehr präzise. Die Perlage ist super fein und fast cremig, gleichzeitig zieht eine straffe, salzige Frische durch den Wein. Reifer Apfel, etwas Grapefruitschale, dazu wieder diese nussigen Hefenoten vom langen Lager. Der PiNo hat ordentlich Druck und Substanz, bleibt aber immer schlank und fokussiert. Im Finale zeigt sich dann die ganze Klasse dieses Sekts: lang, mineralisch, leicht rauchig und mit einer eleganten salzigen Spur. Ein großer, sehr ernsthafter Sekt, der klar im Stil großer Champagner gedacht ist – komplex, fokussiert und mit beeindruckender Länge. Ein Statement!