Michel Tardieu - Gigondas und Rasteau: Vacqueyras Vieilles Vignes 2023

Michel Tardieu - Gigondas und Rasteau: Vacqueyras Vieilles Vignes 2023

Zum Winzer

Grenache 70%, Mourvedre 15%, Syrah 15%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2053
voluminös & kräftig
pikant & würzig
Lobenberg: 95–96/100
Suckling: 92/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Vacqueyras Vieilles Vignes 2023

95–96
/100

Jedes Jahr ist die große Frage: Rasteau oder Vacqueyras – wer ist der legitime Verfolger des Gigondas? In 2023 kommt der Vacqueyras deutlich erwachsener rüber. Die Veilchennote ist nicht zu süß, es kommen sogar etwas Brombeere, Maulbeere und schwarze Kirsche durch, nur wenig von süßer Kirsche, Erdbeere und Granatapfel. Wir sind hier deutlich mehr in der schwarzen Frucht. Auch im Mund satte Veilchen, wirklich explosionsartig! Eine dichte Blumigkeit, wow! Dazu Brombeere und Schwarzkirsche, ein bisschen Goudron. Viel Druck aufweisend aus einer salzigen, steinigen Länge. Erst langsam kommen leicht karamellig unterlegte, süßliche Spuren mit fast rötlicher Grapefruit und einer leichten Chilischärfe. Salz, Stein und immer wieder dunkle Kirsche. Das Tannin ist aber butterweich… Der Wein ist etwas fetter als der Rasteau, obwohl die Alkoholgrade identisch sind. Hier ist deutlich mehr Amarena und schwarze Kirsche im Spiel. Und trotzdem sind die Tannine ultraweich und geschliffen. Der Hauptunterschied ist einfach die Tendenz zu mehr schwarzer Frucht im Vacqueyras. Wir sind aber auf dem gleichen Level. In beiden Fällen jedoch deutlich hinter dem Gigondas, aber das zeigt sich ja auch im Preis. Das Preis-Qualitäts-Verhältnis ist sensationell. Gleichzeitig haben sie eine so eigenständige Stilistik, dass sie sich vom Primus inter Pares Côtes du Rhône Cuvée Spéciale und vom Nobles Origines unterscheiden. Das ist auch gut so. Vier völlig verschiedene Weine und doch sind sie auf einem ähnlichen Level. 95-96/100 *** Tardieus Vacqueyras kommt von vier verschiedenen Plots: Plateau de Sarrians, la Ponche, les Pendants und Cabassole. 70 Prozent Grenache, 15 Prozent Mourvèdre und 15 Prozent Syrah. Die Grenache-Reben sind über 60 Jahre alt, die Syrah und Mourvèdre über 40 Jahre. Die Trauben werden zu zwei Dritteln nicht entrappt. Das Ganze wird spontan im Barrique vergoren. Danach erfolgt der Ausbau für zehn Monate in Barriques mit Zweit- und Drittbelegung. Anschließend wird der Wein für weitere zehn Monate in Doppelstückfass von Stockinger gelegt. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen gefüllt werden. Seit dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol.

Jahrgangsbericht

Der extrem heterogene Jahrgang 2023 trennte an der Rhône radikal die Spreu vom Weizen. Nur auf alten Top-Terroirs entstanden präzise Meisterwerke auf dem Niveau von 2016. Im Norden glänzen gar spektakuläre Jahrhundertweine, während die Weißweine der gesamten Region mit unerwarteter Frische verzaubern.

92
/100

Suckling über: Vacqueyras Vieilles Vignes

Focused, dense and packed with flavors, this shows dark plums, dried herbs and cassis liqueur on the nose. Full-bodied with ripe tannins. Flavorful, with sweet cherries on the palate and a persistent finish. Drink or hold.

Mein Winzer

Michel Tardieu – Gigondas und Rasteau

Michel Tardieu, anerkannt einer der besten Weinmacher Frankreichs (hier mit dem einzigen Weingut als abfüllender Negociant), erhielt 2013 vom französischen Weinpapst Michel Betanne die Höchstbewertung von 5 Sternen. Diese Bewertung erhielten nur ganze drei Weingüter in Frankreich.

Vacqueyras Vieilles Vignes 2023