Lobenberg: Werner Näkel hat schon 1986 seinen ersten Blanc de Noir gekeltert, er war also gewissermaßen ein Pionier für diese Art Wein in Deutschland. Der Blanc de Noir vergärt zu rund 40 Prozent in Barriques ausgebaut, aber alles gebraucht und der Holzeinfluss spielt hier gar keine so große Rolle. Aber die Spontangärung läuft im Holz mit Luft einfach ein bisschen besser. Ganztraubenpressung wie im Champagner-Verfahren. Wie gesagt überwiegend spontan vergoren, trocken. Aromatisch-schmelzige Nase mit dezenter Frucht, warme Gelbfruchtigkeit, gelber Apfel, Papaya und Sternfrucht. Der Wein wird jedes Jahr etwas komplexer durch die Spontangärung, das merkt man deutlich. Sehr vitaler Mund, energetisch und mit feiner Säurestruktur. Dicht und einnehmend in seiner geschmeidigen Frucht. Der Mund ist verblüffend für einen Blanc de Noir, weil man diese leichte Holzunterlegung so ja erstmal nicht erwarten würde. Auch feine hellrote Frucht, blumig, verspielt. Die dichte gelbe Frucht bekommt noch einen schönen Zitrustouch aus Orange und Grapefruit im Mund. Saftig und durch das Holz gewissermaßen auch cremig. Mit schöner Spritzigkeit aus den roten Früchten, dazu dieser feine, fast sahnige Schmelz, das ist schon eine schicke Mischung. Für einen Blanc de Noir hat das schon richtig Charakter und muss auch nicht zwingend im ersten Jahr getrunken werden. 92/100