Für den Alte Reben Mosel beträgt das Durchschnittsalter der Stöcke 70-80 Jahre. In diesem Wein stecken durchweg Auslese-Qualitäten aus 6 bis 7 verschiedenen Top-Lagen, die mengenmäßig zu klein sind, um sie separat abzufüllen. Das würde das ohnehin schon große Programm nur weiter unnötig aufblähen. Außerdem sind die Alten Reben von Saar und Mosel Markus’ absolute Exportschlager im Ausland und seine internationalen Brot-und-Butter-Weine in der Powerversion. Das ist der qualitative Einstieg in die **-und ***-Weine, Auslese-Qualitäten aus Wehlen, Graach, Ürzig, Erden, alles in einem Wein gebündelt zu einem Power-Mosel-Exemplar. Die Alten Reben bei Molitor liegen qualitativ oberhalb der Spätlesen und kurz vor den Auslesen. Preislich liegen sie unter den Spätlesen, weil sie keine Einzellagen-Bezeichnung haben. Eine ziemlich perfekte Selektion aus diesen verschiedenen Weinbergen und von Molitor selbst deutlich oberhalb der Spätlesen angesiedelt. Entsprechend ist dieser Stoff immer ein Top-buy, sehr viel Wein fürs Geld. Schon die Nase ist imposant, strahlt wahnsinnig viel Druck aus. Reifer Sommerapfel mit Mirabelle, helles Gestein. Alles total ausgewogen und perfekt ineinandergreifend. Auch Iris und Grapefruit. Diese satte Kraft überträgt sich auch in den Mund, nur dass hier so viel feine Mineralität hinzukommt. Weiterhin sehr helltönig und strahlend klar, hellgelber Pfirsich mit weißen Blüten und feinem Salz. Wow, hat der Stoff Zug und Druck, man wird fast aus der Kurve getragen. Dennoch bleiben wir total fein und kühl, das ist der Unterschied zu 2018, es wird nie wuchtig. Nicht so tänzelnd wie die WK Kabinette natürlich, einfach mehr schiebend. Beeindruckend. Schon eine ziemlich ideale Spätlese trocken in dieser cremigen, komplexen Reichhaltigkeit, ohne jedoch fett zu sein. Das könnte schon bei dem ein oder anderen Moselaner Winzer als Großes Gewächs durchgehen. In jedem Jahr ein super Wert. 95-96/100