In 2024 hat Alix Millot rund 13 hl/ha im Betriebsschnitt geerntet, also wirklich dramatisch tief. Normal sind 30 hl/ha, die Ernte umfasst also nur ungefähr ein Drittel einer Normalernte. Der Mehltau hat extrem zugeschlagen in Vosne, dort noch mit am meisten an der Côte de Nuits, aber es war eigentlich überall. Alix hat extrem selektiert und ausgelesen, sodass sie dann sogar im Schnitt rund 40 bis 50 Prozent Ganztrauben in der Vergärung verwenden konnte, was nicht einfach war in diesem Jahrgang. Denn die Stiele waren oft auch von Mehltau befallen, da musste man sehr präzise sein. Bei Millot bekommen die Weine, wie bei Grivot in Vosne, eine Kaltmazeration von rund einer Woche bevor die Spontangärung beginnt. Spontane Fermentation in Betontanks, null Holz. Der Ausbau findet dann ganz klassisch in Barriques statt, mit etwa 30 Prozent Neuholz. Der Grands-Echezeaux von Millot sitzt im Süden der Lage, fast an den Clos de Vougeot angrenzend, unterhalb der Combe d’Orveaux von Chambolle. Das Terroir dort ist immer etwas steiniger, karger und kühler als im südlicheren Teil der Lage. Er zeigt eine feine, dunkelrote Frucht, ist strikter und engmaschiger verwoben als der Echezeaux. Das ist wirklich kanalisierte Kraft in einem eleganten Kleid, die Eisenfaust im Samthandschuh. Man spürt wie der Wein brodelt, vibriert auf der Zunge, salzig spannt, aber er ist noch so konzentriert und dicht, dass er sich kaum in die Karten schauen lässt. Er hat eine zarte Extraktsüße unter seiner tiefschürfenden Salzigkeit, die ihm etwas Gourmandise verleiht, aber im Grunde ist das ein Stoff, der 15 Jahre weggesperrt gehört. Das ist großes Kino in totaler Finesse. Die Mineralität ist atemberaubend, in 2024 kommt sie so kristallin und klar zum Vorschein wie selten. Die Frucht ist eben so zart, dass sie das Salz nicht überdeckt wie in 2022 oder 2023. Feinziseliert, ewig lang und doch fast zerbrechlich im Ausdruck. Wer klassische Burgunder sucht, der ist bei Millot im Himmel. Diese kleine Familienmanufaktur erzeugt wunderbar stringente und delikate Pinot Noirs. Der Grands-Echezeaux ist DER Grand Cru der Domaine, rar und teuer, aber best of the best.