Die Reben stehen in der hügeligen Region Peloponnes, genauer gesagt auf den kalkreichen Böden in Koutsi/Nemea. Von hier kommt eine verspieltere Assyrtiko-Stilistik. Zartes Zitronengelb mit silbernen Reflexen. Wow, was für eine intensive Mineralik! Gesteinsmehl und Kalkstein auf reifer gelber und weißer Frucht, aber auch etwas in die Exotik-Richtunggehend. Assyrtiko als Geheimwaffe – dieser Wein ist salzig und präzise bleibend, aber ohne jegliche Kargheit. Reife Zitronenschale, weißer Pfirsich, Physalis, Passionsfrucht und grüne Mango mit einem Hauch süßer Vanille; auch würzige Aromen vom Ausbau auf der Hefe, die eher in die Brot-Richtung als in die Süße-Richtung gehen. Beim bloßen Riechen ist das ein von der Sonne verwöhnter Seelenverwandter des Chablis; aber im Mund schnellt dann eine geradlinige Säure auf die Zunge, die mich im ersten Moment sogar an Rheingauer Riesling denken lässt. Selbstbewusst, elegant und direkt. Die mineralische Intensität ist erstaunlich mundfüllend, als hätte man an staubigem Gesteinsmehl und frischem, würzigem Hefeteig geleckt. Im mittleren Nachhall bleiben Zitrone und Zitronenmelisse mit wunderbar erfrischenden, dezent bitteren Kräuternoten salzig am Gaumen. Eine echt spannende Alternative zum Chablis, besonders in diesem unschlagbaren Preisbereich.