Frontonio: La Loma & Los Santos 2022

Frontonio: La Loma & Los Santos 2022

Zum Winzer

Macabeo 60%, Garnacha Blanca 40%
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2041
exotisch & aromatisch
fruchtbetont
mineralisch
Lobenberg: 96–98+/100
Parker: 95/100
Suckling: 95/100
Galloni: 96/100
Penin: 96/100
Spanien, Aragonien, Calatayud
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
La Loma & Los Santos 2022

96–98+
/100

Macabeo, die Zauberrebe aus Calatayud (Viura), mit Grenache Blanc. Gewachsen auf Kalkstein und Granitschiefer. Ganztraubenmaische und 24 Stunden Standzeit, dann langsames Abpressen und spontane Fermentation im Beton. Malo und Ausbau auf der Feinhefe in überwiegend gebrauchten 500 Liter Burgunder-Tonneaus für lange 14 Monate. Ohne Batonage. Sehr floral und schon in der Nase Zitrusfrisch und mineralisch salzig vom Kalklstein. Super focussiert und geradeaus, extrem definiert. Quitte und Wachs in der Nase. Das ist Macabeo, aber die Grenache bringt dann noch Fenchel und Anis. Rauch. Vibrierender Grip, wie Feuerstein im Mund mit ausgleichender Zitronenmarmelade und ein Hauch BItterorange, ein salzig kalkiges Rasiermesser zieht mit etwas Ingwer-Schärfe die Zunge runter, tolle Frische mit genialer Fruchtaromatik und wieder so salziger Länge. Was für ein aromatisches Unikat, ungeheuer lecker bei aller Eigenwilligkeit.

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

95
/100

Parker über: La Loma & Los Santos

The white 2022 La Loma & Los Santos contains some 60% Macabeo and 40% Garnacha Blanca. It fermented in concrete and matured in 500- and 900-liter oak barrels for 13 months. There's finesse, and it's delicate but weightless, with 13.5% alcohol and great freshness and acidity showcased by a very low pH of 3.11 and 6.36 grams of acidity. It has the floral notes and the aniseed and fennel from Garnacha Blanca, the texture too, and the spark from the Macabeo. It's herbal and tasty, with some fine tannins and a vibrant, effervescent finish with a bitter twist. It has a lot of finesse. 4,209 bottles were filled in July 2024.

95
/100

Suckling über: La Loma & Los Santos

Aromas of lemon curd, crushed rocks and fresh herbs. The palate has fresh, mouthwatering acidity, a medium to full body with subtle creaminess and an almost effervescent energy throughout. Long and reverberating. A blend of macabeo and garnacha blanca from two vineyards, one at the entrance of Alpartir and the other one farther away. Fermented in cement and aged in Austrian and French oak of 900 and 500 liters. Drink now or hold.,

96
/100

Galloni über: La Loma & Los Santos

The 2022 Garnatxa Blanca–Macabeo La Loma & Los Santos from Aragón is partly oxidatively handled before being aged in 500- to 900-liter vessels. It is nutty and herbal with vermouth-like notes, pear and dried apricot. Intense and flavorful, it shows impressive depth on the palate.

96
/100

Penin über: La Loma & Los Santos

Spannungsvoll, mit klar definierten Aromen. In der Nase ausdrucksvoll und mineralisch. Reifes Obst, blumig und feine Hefen. Im Mund komplex, würzig, lang und elegant.

Mein Winzer

Frontonio

Angefangen hat bei Fernando Mora alles mit seiner Badewanne zu Hause in Saragossa, dort machte er seine ersten Gehversuche als Winemaker. Und das Ergebnis war durchaus trinkbar. Hochmotiviert war das der Anlass, nach geeigneten Weinbergen und Parzellen zu suchen.

La Loma & Los Santos 2022