2023 ist dieses hochintensive, kraftvolle und zugleich wahnsinnig frische Jahr. Ein Oszillograph wie 2019, von allem viel, alles kracht und doch ist es ein feines Jahr. Ganz erstaunlich. Die beste Lage in Brauneberg und eine der besten Lagen an der Mosel überhaupt. Der leichteste Schieferboden und zugleich eine warme Exposition. Normalerweise ist die Juffer-Sonnenuhr immer etwas feiner statt kraftvoller. Ausbau Großteils im traditionellen Holzfass, ein paar Partien haben ein paar Stunden Maischestandzeit bekommen. Das hat Oliver in diesem Jahr etwas verstärkter eingesetzt, um die Säuren etwas abzurunden. Es ist schon erstaunlich, dass die Qualität der Lage sich im Grunde bei Fritz Haag nicht durch Lautstärke und krachende Kraft auszeichnet, sondern durch mehr Finesse. Man spürt den Umschwung auf die Sonnenuhr vom Juffer GG kommend ganz klar. Es wird noch feiner, subtiler. Sehr eng verwobener, dichter Fruchtausdruck, tabakig, schiefersalzig, herbsaftig, mit Quittenbirne und grüner Mango. Konsequent trocken im Mund, dadurch sticht die Salzigkeit noch mehr hervor, aber die Juffer-Sonnenuhr ist klar feiner und konzentrierter als die Juffer daneben. Im Kern ist es ein geschmeidigerer, samtigerer Wein, der eine ganz feine innere Dichte aus seinem Mineralkern ausstrahlt. Das ist die feinste Juffer-Sonnenuhr seit 2019.