Der L’Échapée Belle besteht immer aus einem Jahrgang und wird überwiegend in Edelstahl und auch zu rund einem Viertel in Demi-muids-Fässern ausgebaut. Er bekommt auch rund 10 Prozent Reserve-Weine aus älteren Jahren immer aus denselben Weinbergen. Dieser als Nonvintage gelabelte Champagner ist besonders spannend, denn er vereint drei Terroirs in sich: Côte des Blancs, Côte de Sezanne und Côte des Bar. Etienne mag kein Gramm Fett an seinen Weinen, er arbeitet mit kaum Dosage und sein Stil ist kompromisslos ungeschönt und extrem mineralisch. Die Lagen von Calsac sind alle sehr kalksteinreich, es gibt nur wenig Lehm in seinen Terroirs, auch im Süden des Sézannais. Er sucht sich nur Plots mit möglichst hoher Grundspannung für seine Domaine. In der Nase grüne Quitte und grüne Aprikose, zerstoßene Muschelschale und würzige Salzzitrone, die Calsacs Weine fast immer haben. Ich mag diesen dezent oxidativen Stil mit Holzausbau, der aber dennoch immer schön balanciert und feingliedrig bleibt bei ihm. Da helfen sicher diese sehr kalkigen Lagen, das Ganze in einem so straffen Gerüst zu halten. Die Mineralität ist pikant, griffig, zieht an den Backen, dennoch ist der L’Échapée Belle natürlich als Einstieg in die Range ein cremiger, zugänglicher Champagner. Aber diesen laserartigen Stil des Hauses kann er auch nicht ganz verbergen.