Ginestra ist die Einzellage, ein Amphitheater in ungefähr 400 Metern Höhe. Auch hier – wie im Chiniera – eine Selection Massale, die hier seit Jahrzehnten betrieben wird. Angepasste Reben an genau diese Lage. Die Blüte ist immer rund acht Tage eher als im Chiniera, entsprechend auch die Lese. Die Lage ist 100 Meter tiefer und damit wärmer, reicher. Es müssen außerordentlich gesunde Trauben gelesen werden, um sich 30 bis 40 Tage Mazeration und Gärphase erlauben zu können. Jede Unsauberkeit durch Botrytis und Co. würde durch die lange Verweildauer verstärkt werden. Hier bei Grasso werden alle Trauben mit einer extra entwickelten Entrappungsmaschine komplett entrappt. Selbst jedes noch so kleine Stielchen wird aussortiert. In großer slawonischer Eiche ausgebaut. Mittleres Rubinrot, dieses Jahr bedeutend tiefer als im Chiniera. Im Moment ist in diesem Babywein die Nase noch etwas verhalten. Aber in einem großen, klassischen Jahr wie 2019 braucht der Casa Mate eben ein paar Jahre im Keller, um alles rauszurücken, was er noch auf Lager hat – das Potenzial ist groß. Zart rauchige mineralische Noten mischen sich mit dunklen Kirschen und getrockneten Rosenblüten. Im Moment muss man diese aus dem Glas fordern, aber da schlummern sie. Im Mund eine Million Tannine, das ist eine krasse Struktur, die für die Ewigkeit gemacht ist. Traditionell und dabei so grandios. Dabei sind die vielen Tannine unglaublich fein poliert und strukturiert. Sie legen sich um die Zähne und an der Struktur ist nicht zu rütteln, sie ist felsenfest, wie mit Drahtseilen gesichert. Kreidig, salzig und mit intensiver roter Frucht und einem Hauch zarter Kräuter. Ich rate Ihnen, diesen großen Wein mindestens 10 Jahre lang nicht anzufassen. Er hat in diesem Jahr 2019, das ein Jahr der absoluten Perfektion ist, wirkliche Größe, aber er braucht Zeit, damit sich die frische Frucht mit den Tanninen integrieren kann und sich auch die Nase öffnet. Das ist einer der Muskelprotze mit den dicksten Armen dieses Jahr.