An der Südrhône erinnert 2023 sehr an das Vorjahr 2022. Beides sind konzentrierte Blockbuster, die dennoch ein verblüffendes Equilibrium gefunden haben. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Es geht aber schon klar in diese Richtung wie 2019. Der Weinberg liegt auf fast 300 Meter Höhe. Der Untergrund ist eine Art Kalkstein/Lehmgemisch, aber trocken. Gleicher Untergrund wie er auch im Barolo vorkommt. Der Weinberg ist der jüngste der drei großen Lagen. Erst 1963 gepflanzt. 100% Grenache. Alles spontan als Ganztraube unentrappt im Zement vergoren, in 15 Prozent neuen und sonst einjährigen Barriques ausgebaut. Alles biodynamisch bearbeitete Weinberge. Der 2023er ist vielleicht noch einen Ticken seidiger und fließender in seiner Textur als das einen Hauch strukturiertere Jahr 2022, aber im Grunde sind sie aus dem gleichen Holz. Eine dunkelrote und blaue Duftwolke sondergleich, unendlich geschliffen, steinig, fast kühl wirkend, das heißen Jahr fast vollständig negierend. Der Wein zeigt leicht verbranntes Rosmarin vom frischen Holz. Viel Lakritze mit Cassis, Herzkirsche und einer süßen Schlehe. Enorm strukturierter, eigenwilliger Angang. Auch im Mund Lakritze bis zum Abwinken, in Holunder gewälzt. Wow! Schwebend fein und hocharomatisch zugleich. So intensiv. Le Poste ist ein wirklicher Extremist in seiner Ausdruckform. So eigenwillig. Ich würde ihn nicht vor Hominis Fides setzen, aber es ist sicherlich die gleiche Liga. Ganz große Weine hier!