55% Merlot, 45% Cabernet Franc. 15,1% Alkohol. Beim Ausbau experimentiert Jean-Philippe Janoueix mit verschiedenen Fässern unterschiedlicher Küfer, neben Francois Freres und Taransaud, stammen hier auch etwa 25% aus Stockinger-Fudern. Außerdem wird ein kleiner Teil in der Amphore ausgebaut. Von diesem neuen Castillon-Projekt gibt es insgesamt nur knapp 18.000 Flaschen in 2023. Die Nase ist sehr reich und samtig, hochkonzentriert, saftig, dabei aber nicht fett. Schwarze Kirsche, Maulbeere, Noten von Feigen und dunkler Bitterschokolade. Auch etwas schwarze Erde. Geniale Tiefe ausstrahlend. Ein Hauch von salziger Lakritze und Mokka dazu. Am Gaumen dann erstaunlicherweise keine fette Wuchtbrumme! Das hätte ich bei der Tiefe und diesem hohen Alkoholgehalt jetzt durchaus vermutet. Satte, sehr reife Kirsche, ummantelt von zartherbem Kakao. Ein satter Tanninteppich kleidet den ganzen Mund aus, aber es ist geschliffen, nicht ansatzweise spröde. Saftige Kirsche und etwas Feige laufen auf einer Spur von Kakao und salzigen Lakritzen. Enorme Dichte, eng verwoben. Hallt lange nach mit Noten von zarter Minzschokolade im Abgang. Ein kraftvoller Monbadon mit sattem Fruchtkern. *** Monbadon ist ein von Jean-Philipp Janoueix gerade erst gekauftes Château in Castillon. Ein uraltes Weingut mit einer ewig langen Historie. 9,8 Hektar in historischer Lage. Vor Jahrhunderten war es bereits in die Kämpfe zwischen Aquitanien und Frankreich verwickelt. Jean-Philippe hat das Château mitsamt der 30 Hektar Weinberge gekauft, davon wurden 20 erstmal gerodet, sie werden neu bepflanzt. Die verblieben zehn Hektar sind mit 25 bis 30 Jahre alten Reben bestockt. 5.500 Pflanzen pro Hektar. Sie stehen auf purem Kalkstein mit blauem Lehm auf der höchsten Lage überhaupt in Castillon, wenn man denn hier bei 120 Metern überhaupt von Höhe sprechen kann. Aus diesen zehn Hektar macht Jean-Philipp zu 60 Prozent den Zweitwein Indie de Monbadon.