Die Parzelle wurde 1998 von Bernhard Huber angelegt. In der Lage »Alte Burg« in Köndringen, zwei Kilometer südlich von Malterdingen, hatte er erstmalig burgundische Selektionen von Chardonnay- und Spätburgunderreben gepflanzt. Ein nach Südosten orientierter, windoffener Weinberg, der von hellgelben Muschelkalkadern durchzogen ist. Immer ein bisschen wilder in der Gerbstoffstruktur, aber 2023 sehr balanciert tatsächlich. Etwas ruhiger und erwachsener als in den vergangenen Jahren. Komplett entrappt in 2023. Die Gerbstoffstruktur stammt nur von der Frucht und dezent vom Holz. Ausbau in burgundischen Barriques, rund ein Drittel neu, Verbleib für 16 Monate im Fass. Deutlich mehr extrahiert als in anderen Jahrgängen, etwa sechs bis acht mal untergestoßen. 2023 brauchte das einfach um etwas mehr Dichte und Gerbstoff reinzubekommen. Hier wachsen generell sehr kleine Beeren durch eine sehr windoffene Lage, daher arbeitet Julian Huber hier grundsätzlich noch sanfter als in anderen Lagen. Hohe Intensität, druckvoll und versammelt, blühender Rosmarin, etwas dunkle Schokolade, hohe Pikanz und Würze, dunkle Kirschen und Zedernholz, sehr konzentriert, samtig, saftig. Samt und Seide am Gaumen. Dennoch hat es diese betörende Frische, die dem Ganzen einen genialen Kick verleiht, sonst wäre es ja kein Huber. Klasse!