Familie Luckert war in 2024 leider erneut stark von Frost getroffen, das kam nun in den letzten Jahren leider häufig vor für den Zehnthof. Die Erntemenge hat rund 40 Prozent eingebüßt. Der Silvaner war etwas weniger getroffen, große Verluste gab es vor allem bei den Burgundersorten. Es war ein kühleres, regenreiches Jahr, eher mittelreif und sehr fein balanciert. Die Säuren sind köstlich reif und seidig, was den schön schmelzigen Luckert-Stil noch unterstreicht. Ein Südost-Steilhang auf kargem Muschelkalk, er hat aber etwas mehr Wasserhaltevermögen als das superkarge Maustal. Die Reben sind zum Teil von 1978 und zum Teil von jüngeren Anlagen aus selbst selektiertem Rebmaterial, auch aus den uralten 140-jährigen im Creutz. Durchgegoren unter 2 Gramm, vergoren und ausgebaut im großen Holz. Alle Weine im Keller machen einen BSA. Der Berg hat jedes Jahr einen intensiven Duft nach weißen Blüten, er duftet wie ein Spaziergang im Frühling, sonnig, strahlend, hell und einladend. Der Wein ist extrem elegant, poliert ohne Ende. Er hat schon etwas mehr Druck als die Ortsweine, einen engmaschigen, dichten Kern, der salzig umwoben ist. Der 2024er ist charmanter und geschmeidiger als der kargere 2023er. Das ist immer Luckerts präzisester und fokussiertester Silvaner, aber in 2024 hat er einen ungeahnten Charmefaktor. Luckerts sind schon gewissermaßen Zauberer mit dieser Rebsorte – und der entspannte Trinkfluss ist immer dabei, das ist das Schönste daran.