Weißer Burgunder S Escherndorfer Fürstenberg  trocken Erste Lage 2013

Horst Sauer Weißer Burgunder S Escherndorfer Fürstenberg trocken 2013

Zum Winzer

93–94+
100
2
Weißburgunder 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2015–2025
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
3
Lobenberg: 93–94+/100
6
Deutschland, Franken
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Weißer Burgunder S Escherndorfer Fürstenberg trocken Erste Lage 2013

93–94+
/100

Lobenberg: Die Reben für diesen Wein wurden im kühlen Fürstenberg gepflanzt, ca. 200m hoch. Untergrund Muschelkalk mit nur sehr karge Löss-Lehm-Auflage, insgesamt spartanisch und kühl in der Lage. Die Reben sind erst 10 Jahre alt. Der Wein wird spontan vergoren in Barriques, ein kleinerer Teil im Stahl. Die Cuveetierung erfolgt erst zum Schluss nach dem Ausbau. Der Wein zeigt eine cremige weiße Pfirsichnase, das Holz in diesem Weißburgunder ist spürbar, aber nur wie ein Hauch, nur um den Charme und Schmelz zu erhöhen. Feine Thymian- und Estragonspuren an der Seite, traubig, sehr charmanter Wein von Sauer. Der Mund hat genau das, was man sich für einen Weißburgunder wünscht - eben nicht breit, auch nicht nur cremig, sondern mit knackiger Mineralität und salzigem Stein am Ende. Zusammen mit der cremig-weißen Frucht bildet das im Wein eine hervorragende Balance. Im Nachhall auch sehr feiner Bitterstoff, leicht grüne Birne, Bittermandel, deutliche Nussigkeit. Ich verfolge diesen Wein seit Jahren und erst jetzt gefällt er mir so gut, dass ich ihn ins Programm nehmen werde. Die Balance, Knackigkeit, Mineralität und cremiger Würze in Perfektion gaben den Ausschlag. Der Wein gehört gleich zu Beginn bei mir zu meinen besten Weißburgundern. Toller Wein, macht extrem viel Spaß und ist anspruchsvoll, ein Wein für Zecher und für Kenner gleichermaßen. 93-94+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Horst Sauer

Horst Sauer und seine Tochter Sandra bearbeiten zusammen über 18 Hektar der besten Weinberge Frankens. Als Horst Sauer den Betrieb, der bereits vom Urgroßvater gegründet wurde, vom Vater übernahm, waren es gerade 2,5 Hektar ohne Selbstvermarktung.