Die nördlichste Lage im gesamten Barolo-Gebiet von Verduno. Eine durch Fratelli Alessandria berühmt gewordene Lage, auch Burlotto hat hier Parzellen. Vietti hat vor einiger Zeit zwei Hektar alter Reben gekauft, 2018 war der erste veröffentlichte Jahrgang. Es ist schon etwas ganz Besonderes, dort einen Weinberg zu bekommen. Viettis Reben stehen zudem echt mitten im »Filetstück«, neben Burlotto, also dem besten Teil der grandiosen Lage überhaupt. Zwei Drittel Ganztrauben, also mitsamt ihrer Stiele, werden nach fünftägiger Kaltmazeration mitvergoren, das selbe Vorgehen also wie beim Weingut Burlotto. Dadurch wird nicht nur der Wein duftiger, sondern auch die Farbe zarter, denn Rappen nehmen die roten Farbstoffe auf. Ansonsten werden alle Vietti Cru Lagen vollständig entrappt. Die Nase ist opulent und reif, beinahe verschwenderisch intensiv. Voller duftender exotischer Frucht, die sich über rote, saftige Kirschen legt. Weinbergspfirsich, reife Ananas, aromatische Veilchen, duftende weiße Blüten. Worte können diesem betörenden Aroma nur unglaublich schwer gerecht werden. Das ist schon eine flüssige Verführung, eine Lorelei, die mich ins Glas zieht. Im Mund hat der Wein die ideale Balance aus Saftigkeit und Struktur. Hier hängt an jedem der feinen, runden Tannine nochmal doppelt so viel Frucht. Dieses Jahr ist der verführerische Monvigliero zusammen mit dem opulent würzig-fruchtigen Barolo Brunate einer meiner Lieblingsweine des Weinguts, weil hier einfach alles am rechten Platz ist. Hier stimmt das Verhältnis der Struktur zur Fruchtigkeit. Balance in Perfektion. 99-100/100