Am 16. September begann die Lese bei Tollot, also deutlich später als im Vorjahr. Es war ein kühleres, regenreiches Jahr. Die Weine sind filigran aber fruchtstark. Es gibt keinerlei Überreife, die Alkoholgrade liegen zwischen 12.5% und 13% vol., also ziemlich perfekt für Pinot Noir. Ca fait du bien! sagt Nathalie über den Jahrgang, er macht nie müde, hat Trinkfluss ohne Ende. Revitalisierend, saftig und sehr verspielt. Es gab rund 25 Prozent Ernteverlust aufgrund einer sehr schlechten Blüte im Frühjahr mit einsetzendem Mehltaubefall. Andere hat es aber noch viel schlimmer getroffen, bei Tollot hält sich der Verlust in Grenzen. Im Corton Grand Cru lag die Mengeneinbuße mit Minus 40 Prozent aber deutlich über dem Schnitt. Im Mund ein erstaunlich feiner Saft, der Schritt zum Grand Cru wird sofort schmeckbar. Die Tannine haben einfach eine andere Qualität, sind perfekt in den Wein verwoben, zart und geschmeidig, unter der dichten blauen Fruchtwolke kaum wahrzunehmen. Der Corton hat schon aus dem Fass so viel Charme und Expressivität, man würde ihn kaum an den Corton stecken. Null Rustizität! Satter Druck aus Brombeeren mit süßem Schwartee, etwas Pumpernickel und frisch aufgewühlter Erde. Grandiose Süße, ein geradezu köstlicher Saft, was auch an der sehr lebhaften Säurespur liegt. Die Tannine sind nicht nur fein, sondern schwebend. Natürlich hat der Corton die Struktur eines Grands Crus, aber so finessenreich und saftig war er selten. Ein sehr schicker Corton für die Freude und die Gourmandise – und das sogar noch mehr als letztes Jahr, das hätte ich nicht gedacht.