Ein kühler und für rheinhessische Verhältnisse relativ hoch gelegener Weinberg, überwiegend Kalkstein. Genauer gesagt ist der Boden Ton- und Kalkmergel. Die Reben im Morstein sind erst 2012 neu gepflanzt, also im Vergleich zu Katharinas Kirchspiel relativ jung. Es sind Klone von der Mosel, welche überwiegend von Nik Weis kommen. Von den etwas grünlicheren Trauben aus dem kühleren Sommer kommend, sind die Mostgewichte nicht allzu hoch gegangen. Und dann habe ich diese 2024er im Glas – und merke: da fehlt nichts. Im Gegenteil, der Wein ist satt und druckvoll, reich und fast ein bisschen cremig aus dem dichten Extrakt. Während das Kirchspiel in 2024 sehr expressiv, griffig und saftig ist, kommt der Morstein als kühlerer Steinwein. Er zeigt eine reduzierte Frucht, ist in sich gekehrt und feinrauchig, viel Waldmeister, Anis, grüne Quitte. Es ist der kühlste und steinigste Wein in der Range, das ist bei Philipp Wittmann auch so, das ist einfach der Charakter dieser Lage. Aber am Ende ist es bei Katharina nicht die ganz so extrem kühle und filigrane Lage wie bei Wittmann, hier haben wir schon etwas mehr Charme und auch einen ganz kleinen Touch Exotik und Rauch. Dennoch ist der 2024er ein sehr feiner, ruhiger und stark mineral-geprägter Wein bei Katharina. Ich mag die geheimnisvollere Art des Morsteins sehr dieses Jahr.