Normalerweise ist Terra Montosa immer aus den Rüdesheimer Berglagen, sowie dem Rauenthaler Nonnenberg. Seit 2019 ist jetzt aber auch Lorcher Pfaffenwies mit drin, denn Theresa hat 2019 die Lagen des Lorcher Weingutes Altenkirch übernommen und jetzt rund 7 Hektar Weinberge in Lorch. Theresa ist der Meinung, dass dieser Steillagen-Riesling aus dem mittleren Rheingau durchaus diese pikante Beigabe von Lorch, was ja schon gewissermaßen Mittelrhein-Charakter hat, dem Terra Montosa richtig guttut. Fast alle Lagen haben mehr oder weniger Schiefer-Charakter. Der Terra Montosa ist keine Abstufung oder Vorlese, sondern ein Wein aus demselben Material aus dem die großen Lagenweine gemacht werden. Erst vier Wochen vor der Füllung wird entschieden, was in die Lagen geht und was in den Terra Montosa abgestuft wird. Das ist also schon absolut highclass, was hier eingeht. Und das spürt man, denn hier geht es jetzt richtig los mit dem Stil von Theresa. Der Wein zeigt schon deutlich in welche Richtung die Lagenweine gehen. Vergärung und Ausbau im großen Holz, Stückfass und Halbstückfass in 2023. Dieser Jahrgang ist in Rüdesheim wirklich gewaltig geraten, so viel Druck, dass die Augen schmal werden. Wow, ist das satt, bekommt fast eine gewisse Cremigkeit schon im Duft. Weißer Pfirsich, grüne Birne, Pfefferminze, Tonic, Graphitmineral. Das ist schon elegant mit Theresa Breuers Handschrift, dennoch hat er Kraft und Dichte, es ist ja top Lagenmaterial, was hier eingeht. Der expressive Mund spannt die sehnigen Muskeln an. Berauschende Mineralstruktur und was für ein grandioser Säurekick, der den Wein fliegen lässt. Das Holz trägt den Wein zusätzlich und rundet das Ganze etwas ab. Das ist so sehr Breuer wie es nur geht, aber mit dem Charme von 2023, schon eine Wucht!