Le Reverdy kommt von zwei kleinen Parzellen mit rund 0,4 Hektar Reben. Die Roussanne wächst komplett in Le Méal in Südausrichtung, die Marsanne in der sich schon gen Osten neigenden Parzelle Les Beaumes und Le Méal. Die Böden bestehen hier kalkigem Sand, Sediment und Granit, sowie Galéts Roulés. Es wird wie immer bei Ferraton biodynamisch gearbeitet. Im Keller werden die ganzen Trauben direkt gepresst, der Saft wird anschließend spontan in 600-Liter Demi-muids vergoren. Der Ausbau erfolgt zu einem Drittel im Stahltank und zu zwei Dritteln in Demi-muids. Die Weine verbleiben bis zu Füllung auf der Hefe, keine Bâtonnage. Der Wein besteht zu 50 Prozent aus Marsanne und zu 50 Prozent aus Roussanne. Le Reverdy ist seit Jahren eine sichere Bank im Bereich der absoluten Topweißweine der nördlichen Rhône. Er erreicht die großen Weißweine von Chapoutier nicht ganz in 2024, aber er kostet ja auch nur einen Bruchteil. Zudem ist er ganz anders in seiner Art. 2024, diese Renaissance von 2010, setzt auf 2023 nochmal einen drauf bei den Weißen. Das Besondere in der Komposition des Le Riverdy ist, dass Les Beaumes deutlich mehr Schatten liegt und dadurch die Marsanne nicht so fett wird. Die Roussanne wird im Le Méal hingegen durchaus üppig. Die Cuvée aus beiden ergibt ein Ergebnis im Mund, das seinesgleichen sucht. Ein eleganter Kraftmeier, sehnig und dennoch stark, mit der Figur eines Zehnkämpfers antretend. In der Nase Zitronengras und Blutorange, Reneclaude und Anis, grüner Tee. Eine hochkomplexe Melange aus roter, gelber und grüner Frucht, absolut irre. Alles spielt zusammen, läuft auf salzig-feinem Gestein entlang. Alles ist da, er steht für Minuten. Das Besondere an 2024 ist dieses Equilibrium aus Kraft und Frische. Der Jahrgang zeigt sich hochpräzise, maximal fokussiert und mit reifer Agrumenfrucht vom Feinsten. Le Riverdy ist ohne Zweifel ein großer Wein und gehört zum Besten der Nordrhône.