Christian Hermann hat lange herumprobiert seit 2009, um seine GG-Stilistik zu finden. Aber erst seit 2020 hat er selbst das Gefühl, dass er sie gefunden hat. Und so gut wie 2023 waren seine GGs ganz bestimmt noch nie. Oxidierter roter Schiefer mit Eisenanteil, dazu der vulkanische Sandstein, sehr alte, wurzelechte Reben aus einem der Kernstücke von Christian Hermann. Spontane Vergärung und Ausbau hälftig in Edelstahl und ein altes Fuderfass. Es gibt nur 2700 Flaschen Gesamtmenge. Aber Christian Hermann sagt, dass Ürzig immer etwas weniger Säure hat als viele andere Gemeinden, zudem durch diese sehr spezielle Bodenformation immer etwas breitere Schultern und mehr Aroma. Daher gefällt es ihm besser, auch eine stahligere Partie zu haben und nicht alles ins Holz zu packen. Sehr feine Nase, nichts allzu Lautes, sondern der totale Feinschliff. Wir haben etwas salzige Himbeere, ein Touch Ananas und Kumquat, darüber diese irre Würze vom eisenhalten Boden, die immer etwas in eine tee-artige Richtung geht. Im Mund rauscht die Grapefruit rein, dicht bepackt und mit Mineralien unterlegt. Ein rassiges GG mit einem Frucht-Mineral-Ausdruck wie es nur die Mosel kann. Der Prälat ist einfach unique und in Christian Hermanns GG 2023 erstaunlich finessenreich und geschliffen für diese wilde Lage.