Ryan Deovlet ist ein biodynamischer Überzeugungstäter in Santa Barbara, Hochlagen, winzige Mengen. Alte Reben. Ein Teil der Trauben wird mitsamt ihrer Stiele nach der Kaltmazeration als Ganztraubenmaische, also mitsamt der Stiele, vergoren. Spontane Vergärung in offenen, stehenden Barriques, nur maximal 25 Prozent davon sind Neuholz. Abpressen mit der Korbpresse, überwiegend free-run, Malo im Holz. Ausbau auf der vollen Hefe ohne Schwefel. Abzug nach 6 Monaten, dann weiterer Ausbau auf der Feinhefe, unfiltrierte, ungeschönte Abfüllung mit erstmaliger Zugabe von etwas Schwefel. Der Santa Barbara County Pinot Noir besteht aus einem Blend der drei Weinberge Zotovich, Sanford & Benedict und La Encantada. Zartes Rubinrot im Glas. Was mich schon beim Reinriechen ganz besonders beeindruckt, ist die umwerfende Balance des Weins. Im Glas haben wir ein elegantes Spiel aus roter und schwarzer Beerenfrucht mit fein kalkiger Salzigkeit und etwas schwarzem Tee. Eine Art puristischer Volnay aus Kalifornien! Feiner Pinot aus dem Bilderbuch. Absoluter Wahnsinn, das erinnert mich schon sehr an d'Angerville. Stylische Avantgarde aus dem Burgund. USA? Kalifornien? Wow! ,
Nach drei trockenen Jahrgängen (2020, 2021 und 2022) startete das Jahr 2023 in Kalifornien für die Reben endlich wieder mit ausreichend viel Niederschlag während der Wintermonate, durch den die Wasserreserven der Weinberge größtenteils wieder aufgefüllt werden konnten. Die Temperaturen blieben im Frühjahr lange kühl, was den Austrieb der Reben extrem verzögerte. Zudem beeinträchtigten diese kühlen Frühlingstemperaturen den Fruchtansatz, was je nach Weinberg auf natürliche Art und Weise zu einer niedrigen Erntemenge und somit zu einer größeren Konzentration führte. Durch die Wachstumsperiode hinweg fielen 2023 in guten Abständen Niederschläge, und es gab keinerlei Trockenstress. Der Sommer verlief im Gegensatz zum heißen Vorjahr 2022 mild und die Trauben konnten langsam und gleichmäßig ausreifen. Zugleich konnten sie eine optimale Balance aus Tanninreife, Frucht und Säure erreichen. Im Herbst wurden die angenehmen Tagestemperaturen durch kühle Nächte ausgeglichen – dies bot nahezu perfekte Bedingungen für die Ausbildung eines komplexen Aromenspektrums. Die Weinlese verlief relativ entspannt und konnte ohne Zeitdruck bei idealer Reife durchgeführt werden. Bereits bei der Gärung legten viele Weine eine beeindruckende Intensität an den Tag, wie man sie nur ganz selten erleben kann. 2023 gilt nach 2021 und 2019 wieder als herausragender, großer Jahrgang.