Saturio Ried Bügeln 2018

Garagenwinzer Nikolai

Saturio Ried Bügeln 2018

97–100
100
2
Merlot 100%
3
Lobenberg 97–100/100
Rene Gabriel 19/20
Pirmin Bilger 19/20
5
Rotwein
barrique
14,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2048
Verpackt in: 1er OHK
6
Österreich, Thermenregion, Guntramsdorf
7
Allergene: Sulfite,

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lobenberg

Lobenberg über:Saturio Ried Bügeln 2018

97–100
/100

Lobenberg: Der Saturio, was als die große Zufriedenheit gemeint ist, ist ein wirklich sehr spezieller Wein. Ein reinsortiger Merlot aus einer Einzellage, dem Ried Bügeln. Andreas Nikolai vinifiziert nur dieses einen Wein, in der Garage seines Wohnhauses. Ein totales Unikum. Um nicht zu sagen eine absolute Kuriosität - in jeder Hinsicht. Ich bin auf den Wein aufmerksam geworden, weil Bordeaux-Koryphäe René Gabriel mir den Hinweis gab, dass das doch eine sehr spannende Geschichte wäre. Schon die Verpackung dieses Weines ist eigentlich ein Ereignis, so wie alles drum herum. Jede Flasche kommt in einer verzierten Holzkiste, was an sich noch nichts Außergewöhnliches ist. Die Flasche allerdings hat unter ihrer langen Wachskapsel ein mit 24 Karat vergoldetes Emblem aus Stein angebracht. Eine solche Steintafel mit zwei Damen mit Weingläsern wurde vor circa 2000 Jahren in der Thermenregion um die Heimat des Garagenwinzers Nikolai gefunden und ist Zeugnis der langen Weinbautradition durch die Römer in dieser Region. Besonders kurios ist noch dazu, dass sich am Flaschenboden eine kleine Audioinstallation befindet, die auf Knopfdruck Vivaldis Frühling spielt. Und nein, das ist kein Scherz. Winzer Andreas Nikolai wünscht sich, dass man den Klängen beim Einschenken des Weines lauscht, das soll die Vorfreude erhöhen. Nun, das Drumherum mag man kitschig finden oder genial, das ist wohl Geschmacksache. Das Wichtigste ist aber der Inhalt der Flasche. Und darum ging es auch René Gabriel bei seiner Empfehlung, der nach der ganzen Geschichte mit der Musik aus der Flasche auch erst mal höchst skeptisch war. Als er dann probierte, war er aber schnell überzeugt, dass dieses Projekt hier kein Quatsch ist. Und dass Andreas Nikolai seinen Anspruch den besten Merlot Österreichs zu erzeugen durchaus sehr ernst meint. Direkt nach dem Einschenken dominiert eine dunkle Mineralik, viel Graphit und Goudron, Tabak, Kirschkerne und feine Rauchnoten, nebst leicht angetrockneter Kirschfrucht, überwiegend dunkle Kirsche, Blaubeere, Brombeere, anfangs noch eher steinig-würzig unterlegt. Nach einer Stunde Luftkontakt dreht sich das Ganze in eine viel süßere Richtung, süße Beerenfrucht, üppig, verführerisch, Pflaume, Schwarzkirsche. Die graphitige Mineralität hat sich zu süßen Gewürzen gewandelt, Lakritze, Kakao, Milchschokolade, Gewürznelke, ein Hauch Marzipan. Üppig und doch fein bleibend, nicht überbordend, aber definitiv nicht mit den Reizen geizend. Der Mund ist dann viel weniger üppig als man von der süßen Nase vielleicht erwarten könnte. Natürlich ist der Saturio voll präsent, dicht, voluminös, zieht sich wie Seide über den Gaumen, ganz feine Tannine, sehr poliert, total harmonisch. Das ist überhaupt nicht fett oder überreif, es bleibt immer fein, seidig und getragen. Eine saftige, pikante Salzspur trägt die dunkelbeerige Frucht mit einer gewissen Leichtigkeit. Dennoch total vereinnahmend, den gesamten Mundraum beschlagnahmend, samtig und seidig auf Schwarzkirsche, Maulbeere, Valrhona-Schokolade und Süßholz laufend. Butterweiche Tannine, feinsalzige Mineralität, unendlich viel Süße und Würze in der Frucht, alles vereint sich schon jetzt zu grandioser, hedonistischer Balance. Eigentlich direkt trinkreif, weil er so harmonisch und delikat ist und weil alles total reif ist und nichts stört. Große Länge, die saftige Beerenfrucht und süßer Tabak hallen immer wieder in den seidigen Tanninen nach. Das kann sich durchaus mit einem sehr guten Pomerol messen, wenngleich eher einem auf der feineren Seite. Den massiven inneren Druck eines Clinet oder Evangile haben wir hier nicht, das geht eher Richtung La Croix oder Vieux Château Certan. Tendiert eher zur Feinheit in der Üppigkeit. Die Assoziation zu Vivaldi passt hier schon sehr gut. Ob das daran liegt, dass Andreas Nikolai auch die Reben dieses Weinberges mit Vivaldi beschallt das sei mal stark in Frage gestellt. Aber ein sehr seriöser, hedonistischer und beeindruckender Merlot ist das allemal. Der Beste Österreichs – als 2018er ganz sicher. 97-100/100

Rene Gabriel

Rene Gabriel über:Saturio Ried Bügeln 2018

19
/20

-- Rene Gabriel: 2018 Saturio Ried Bügeln, Garagenwinzer Nikolai, Thermenregion: Preis ab 128 Euro. Produktion; 1100 Flaschen, plus ein paar Grossflaschen. 100 % Merlot. Ausgebaut in drei Taransaud und zwei Seguin-Moreau Barriquen. Violett- Rubin mit lila Rand. Spontanes, delikates Bouquet. Dies startet mit roten Kirschen (Weichseln) und leitet über bis hin zu Schwarzkirsche. Nach ein paar Sekunden treten Himbeeren und Walderdbeeren ins Nasenbild. Dies in frischer bis hin zu schier berauschend konfierter Form. Es handelt sich da um einen faszinierenden, schier parfümiert wirkenden Fruchtreigen. Minime Kräutertöne und ein floraler Schimmer frischen das Ganze noch mehr auf. Nach ein paar Minuten zeigen sich Edelhölzer, zartes Vanillin und helles Caramel. Im Gaumen ist er, gleich von der ersten Sekunde weg, eine der elegantesten Varianten alles bisherigen Saturio’s. (Erster Jahrgang 2014). So mutet denn diese Guntramsdorfer-Rarität eher mittelgewichtig an. Das Extrakt und die Tannine zeigen eine hohe Reife an und bilden so eine feine, royale Adstringenz. Die Säure ist bereits perfekt integriert und produziert eine wunderschöne Länge im gebündelten Fluss. Man kann sich daran nicht satt trinken. Diesmal kommt er gefährlich «pomerolig» rüber und man könnte ihm durchaus eine nicht unbescheidene La Conseillante-Affinität andichten. Das Potential ist mit 20jähriger Garantie ausgestattet. Dieser fantastische Saturio ist die zärtlichste Versuchung, seitdem es Merlot gibt! 19/20

Pirmin Bilger

Pirmin Bilger über:Saturio Ried Bügeln 2018

19
/20

-- Pirmin Bilger: Eigentlich zücke ich die 20-Punkte-Karte nur nicht, weil die Reben erst ein zartes Alter von 6 Jahren haben. Was Andreas Nikolai aus diesen jungen Reben hervorzaubert, ist schlicht umwerfend. Was für ein tiefgründiger, hocharomatischer, magischer Duft! Schon vom 2017er waren wir wegen seiner Dichte und Fülligkeit derart begeistert, dass wir nun echt gespannt waren, welchen Einfluss der heisse Jahrgang 2018 hatte. Selbstverständlich zeigt sich der Wein wiederum geballt aromatisch mit perfekt reifer und sinnlicher Frucht, gepaart mit verführerischen, zarten Röstaromen und einem Hauch Schokolade. Ein Gaumen aus Samt und Seide, kraftvoll und doch superb elegant. Die Dichte in den Aromen ist atemberaubend, und doch bleibt er durch seine Struktur immer auch saftig und nobel elegant. Die noble Balance aus Kraft und Eleganz drückt diesem Wein ihren Stempel auf, macht ihn beschwingt leicht und gleichzeitig intensiv langanhaltend. Ebenso unbeschreiblich ist die Fülle an Terroirwürze, die im Abgang zunehmend in den Vordergrund rückt. Da hat nicht nur der Winzer sich selber übertroffen, auch die Natur hat ihren ganz besonderen Effort dazu geleistet. Ob es wohl an der Beschallung des Weinberges mit klassischer Musik liegt? 19/20

Mein Winzer

Garagenwinzer Nikolai

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, 265,33 €/l

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