Auf dem Weingut Robert Weil gibt es nur einen einzigen Kabinett. Also alles das, was sonst theoretisch auch Turmberg oder Gräfenberg Kabinett hätte werden können, fließt in diesen Wein ein, weil man sich entschlossen hat, die Top-Lagen namentlich nicht mit dem Kabinett, sondern erst mit der Spätlese zu zeigen. Das ist aber eine rein taktische Maßnahme und ändert nichts daran, dass dieses Kabinett einfach so ziemlich das Beste an Kabinett ist, was es im Rheingau gibt. Eben gerade weil dieses extrem hochwertige Material hier drin ist. Diese ganz klare, brillante, helle Frucht des Weil’schen Rieslings zeigt sich natürlich auch im Kabinett. Das ist so ein schicker, reiner Traubensaft und das jedes Jahr, diese Konstanz ist schon Wahnsinn. Ein glockenklarer Duft von reifen Zitronen, Lavendel und weißer Pfirsich, süßer Sommerapfel. Auch im Kabinettbereich geht Wilhelm Weil immer weiter runter mit den Restzucker. Und dadurch bekommt er den Turbo im Trinkfluss, ist so animierend und hat einen solch grandiosen Zug, dass es die reinste Freude ist. Man muss diese Weine nicht mehr wie früher 10 Jahre und mehr weglegen, damit sich die Süße einbindet, tatsächlich spielt sie hier nur noch eine untergeordnete Rolle hinter dem Trinkfluss und der salzigen Mineralität. Ich finde das absolut großartig!