Den Wein hat Boquest des Papes auf Anraten und mit Beratung des bekanntesten und besten Consultant Philippe Cambie, der leider 2021 verstorben ist, als neue Cuvée ins Leben gerufen in 2020. Er stammt aus 7 verschiedenen Parzellen in Pignan, wo auch Rayas seinen Pignan macht. Also Hochlage, im Norden der Gemeinde, nahe Rayas gelegen. Pure Grenache von über 100 Jahre alten Reben auf sandigen Böden. Die reine Eleganz. Über einen Monat auf der Maische, komplett als Ganztraube, Ausbau in Fuderfässern. Und die Ähnlichkeit zu Rayas ist bestechend, die Lage ist schon sehr unique und hat einen klar erkennbaren Eigengeschmack, egal welcher Winzer. Die Nase ist burgundisch ohne Ende, wir kennen das von Emmanuel Reynaud, Kirsche in allen Schattierungen, dann Schlehe, Sanddorn, Lorbeer, Kalkstein. 22 ist schon dunkel schattiert in der Auslegung, wir gehen schon Richtung Cassis und Blaubeere wie Vosne-Romanée. Auch sehr viel Lakritze. Die feurige Würze von Châteauneuf kommt in diesen Hochlagen eben nur als ganz feine Süßholznote durch, aber so schick und kühl bleibend, trotz dieser sehr hohen Reife, die 22 fraglos hat. Tout en Finesse! Pignan ist einfach eine große Lage. Etwas Orange und Mango kommen hinzu, geben dem ganzen einen schicken Twist. Was für ein traumhaft feiner Mund, die Tannine so hintersinnig und zart, dass sie die Zunge nur streicheln. Man schmeckt die hohe Reife der Trauben und dennoch ist die Kühle und Eleganz der Lage noch immer präsent. Es geht etwas mehr zur Brombeere und zur Maulbeere als im Vorjahr, das ist auch klar, aber es bleibt ein kühler, seidiger Trinkfluss, den diese Lage hat. Unglaublich! Eine kühle minzig-mentholige Note lässt den Speichel in Strömen abfließen, kühlt den Mund. Die dichten Tanninmassen rollen im Finale durch als gäbe es kein Morgen, aber sie sind sehr reif, erinnert mich ein bisschen an 2005. Wenn die Entwicklung im Fass so weitergeht ist das ein Stoff für Jahrzehnte.