Undurchsichtiges, leicht wolkiges Violett mit extrahierten Tränen am Glasrand. Tiefe, konzentrierte und würzige Nase. Maulbeeren, wilde Zwetschgen, Schattenmorellen, mediterrane Kräuter, schwarze Oliventapenade und Olivenlake, Piment, schwarzer Pfeffer, frischer Klee und grobe Leberwurst. Die zart rauchige, graphitartige, torfhaltige Mineralität ist die Baseline aller Aromen, sie brummt wie ein Dieselmotor intensiv und dunkel unter allen anderen Aromen. Die Nase ist zugleich finessenreich und vielschichtig. Im Mund schiebt eine Welle dunkler Frucht über die Breite der Zunge. Cassis und Brombeere – durch die geniale Frische perfekt ausgereifter Frucht ist hier nichts schwer, sondern alles genau am rechten Fleck. So lecker wie Vanilleeis mit Cassis und Schokoladenüberzug. Feine, reife, wohldefinierte, körnige, griffige Tannine geben dem Wein seine einzigartige, kühle Aura. Wie bei allen Swinney Weinen, würde man auch diesen Syrah aufgrund seiner kühlen Balance und Struktur eher in der Rhône verorten als im Barossa Valley, obwohl die Frucht Intensität hier definitiv Power an den Tag legt. Im Nachhall bleibt 100 prozentige Schokolade mit einem Hauch getrockneter Minze und viel Schwarzkirsche saftig und zugleich würzig und griffig auf der Zunge. Ein Wein für den Esstisch und ein Traumpartner für kräftige geschmorte Speisen. In den nächsten Jahren wird er sich definitiv mit etwas Luft positiv entwickeln und runder werden, ich habe ihn über zwei Tage hinweg immer wieder probiert und bin über das neue, moderne Australien wirklich absolut verzückt.